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Migration: Wien-Woche nur für Fortgeschrittene

Von Ina Weber

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Ina Weber.

Die "Wien Woche", die vor drei Jahren von den Wiener Grünen eingeführt wurde, verschreibt sich der Integration in Wien. Kulturelle und politische Veranstaltungen und ihre Akteure sollen Vermittler sein zwischen Migranten und den Wienern, besser gesagt, jenen, die sich selbst als Wiener bezeichnen - auch wenn sie Kolaric heißen. Das Programm ist interessant, doch ist es fraglich, ob damit auch nur ein einziges Problem der Menschen in Wien in Zusammenhang mit Migration gelöst wird. Das Leitungs-Team der "Wien Woche" spricht von einer Art "Ersten Hilfe" für jene, die sich mit Migration schwer tun. Setzt aber gleichzeitig fest, dass man "einfach solidarisch zusammenleben soll" und eine Normalität im Umgang mit Migration gewünscht wird. Von "die und die Anderen" oder von Migrationshintergrund wollte man bei der Pressekonferenz nichts hören. Die Fragen, die sich viele Menschen aber stellen, werden mit dieser Veranstaltungsreihe wohl auch nicht beantwortet werden. Wie geht man damit um, wenn man in der U-Bahn Mädchen mit Kopftüchern gegenübersitzt und überlegt, ob diese dazu gezwungen werden oder nicht? Wenn man an einer Gruppe von Menschen vorbeigeht, die eine fremde Sprache sprechen und man überlegt, wer jetzt wen ausschließt. Wenn man auf eine Burka-Trägerin trifft und sich fragt, ob man mit ihr eigentlich sprechen kann und man sie auch versteht. Die "Wien Woche" wird wohl auch dieses Jahr wieder eine Woche für Fortgeschrittene und nicht für die Masse sein.