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Millionen Europäer in Gefahr

Von Wolfgang Tucek

Europaarchiv

Mit der "Grünen Woche" will die EU-Kommission neue Anstöße für die Verringerung der Treibhausgasemissionen liefern und so helfen, dem Klimawandel entgegenzutreten. Für die Notwendigkeit umgehenden Handelns nennt sie drastische Beispiele.


Für den Kampf gegen den Klimawandel ist 2005 ein entscheidendes Jahr, erklärte Umweltkommissar Stavros Dimas gestern, Dienstag, bei seiner Rede zum Auftakt der Aktionswoche. Erst im Februar ist das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. Ein Monat davor startete mit dem Emissionshandel der Union "das größte Handelsschema in Bezug auf Wirtschaft und Umwelt jemals".

"Bei der Reduktion der Treibhausgase haben wir einen Anfang gemacht", berichtete Dimas. Die Emissionen der EU-15 liegen rund 2,9 Prozent unter den Werten von 1990. Bis 2012 sollen es laut Kyoto jedoch Minus acht Prozent werden. Österreich ringt mit der selbst auferlegten Reduktionsverpflichtung von 13 Prozent.

"Dass der Klimawechsel stattfindet, kann nicht abgestritten werden", sagte Dimas. Der dadurch steigende Meeresspiegel bedrohe 70 Millionen EU-Bürger, die in Küstenregionen leben. Allein im heißen Sommer 2003 seien in der EU mehr als 20.000 Menschen an einer Kombination von Hitze und erhöhter Luftverschmutzung gestorben. Den europäischen Bauern sei Ernte im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro verloren gegangen.

"Solche Hitzewellen werden wir ab 2071 jedes zweite Jahr haben, wenn wir nicht handeln", warnte der Umweltkommissar. Daher werde die "Grüne Woche" wichtige Impulse zur Realisierung der Kyoto-Ziele und auch für die Zeit danach liefern. Mehr als 4.000 Expertinnen und Experten werden in den kommenden Tagen zu den gut 200 Workshops in Brüssel erwartet.