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Minderheiten-Zwist in den eigenen Reihen

Von Ina Weber

Analysen

Die drei Slowenenorganisationen in Kärnten - Zentralverband slowenischer Organisationen in Kärnten, Rat der Kärntner Slowenen und Gemeinschaft der Kärntner Slowenen - haben ein Problem: Nicht nur, dass sie ihre Forderung nach zweisprachigen Ortstafeln nicht erfüllt sehen, auch herrscht zwischen ihnen schon seit längerem Uneinigkeit.


Bereits im Jahr 2003 spaltete sich die Gemeinschaft der Kärntner Slowenen vom Rat der Kärntner Slowenen ab. Der damalige Rats-Vorsitzende Bernhard Sadovnik war für einen "offenen Dialog" mit Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider eingetreten, was Fragen der Minderheitenrechte anbelangt. Dem Rat behagte dieser Weg nicht. Sadovnik wurde als Obmann abgesetzt und gründete die Gemeinschaft.

Der Obmann des Zentralverbandes, Marjan Sturm, versucht eine Doppelfunktion zu erfüllen, die ihn nun stark unter Druck setzt. Einerseits sucht er gemeinsam mit der Gemeinschaft einen Kompromiss mit dem Bund, andererseits muss er diesen seinen Leuten klar machen. Aus Angst, man würde sich zu weit hinauslehnen, traf sich am Wochenende spontan der Koordinationsausschuss. Mit je 30 Stimmen des Zentralverbandes und des Rates wurde der Beschluss gefasst, nichts im Eiltempo zu beschließen und die weitere Vorgehensweise zu beraten.

Damit hat der Rat mit seinen restriktiveren Forderungen an Einfluss gewonnen und die Gemeinschaft, die im Koordinationsausschuss nicht vertreten ist, steht im Abseits. Sadovnik beklagt nun, dass die Volksgruppe nicht mit einer Stimme spricht.

Ein Einsehen, welches die Verbände schon früher hätte ereilen können.