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Mindestpreis für Zigaretten geplant

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Untergrenze könnte zwischen 3,20 und 3,50 Euro liegen. | Gesetz soll ab Mitte März gelten. | Wien. Die Regierung und die Grünen wollen einen Mindestpreis für Zigaretten einführen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll am 1. März im Parlament beschlossen werden. Der Entwurf ist ein Initiativantrag der drei Parteien.


Damit sollen vor allem jugendliche Raucher vom gesundheitsschädigenden Laster abgehalten werden. Erwin Rasinger, Gesundheitssprecher der ÖVP, ist überzeugt, dass bei höheren Preisen weniger Österreicher zum Glimmstängel greifen. Denn es bestehe ein Zusammenhang zwischen Konsum und Kosten. Für die zur Gallaher-Gruppe gehörende Austria Tabak (AT) macht eine solche Regelung zum Schutz der Jugendlichen Sinn.

Beim Tabakunternehmen geht man davon aus, dass der reglementierte Preis zwischen 3,20 und 3,50 Euro liegen wird. Dass Schmuggel dadurch zunimmt, glaubt AT-Sprecher Helmut Dumfahrt nicht. Der Anteil sei mit 20 Prozent schon sehr hoch.

Preisdumping beenden

"3,30 Euro wäre ideal", erklärt Dumfahrt auf Anfrage der "Wiener Zeitung". Damit könnte nämlich das Preisdumping beendet werden. Dies bestätigt auch ein Sprecher von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat: "Dramatische Lockangebote sollen per Gesetz abgestellt werden."

Seit einem paar Jahren ist nämlich in Europa eine heiße Preisschlacht um die Gunst der Raucher entbrannt: An der Spitze die internationalen Konzerne Altria (besser bekannt als Philip Morris), British American Tabacco, Japan International Tabacco, Imperial Tabacco, die spanisch-französischen Altadis und die britische Gallaher-Gruppe.

"Wir befinden uns in der ersten Phase eines Preiskrieges, der in Europa schon länger im Gang ist", berichtet Dumfahrt. Am Donnerstag hat der Linzer Tabak-Großhändler R&G die Diskont-Zigarette Main um 2,80 Euro auf den Markt gebracht, die mittlerweile die billigste ist.

Begonnen hat der Kampf in Österreich vor knapp zwei Jahren. Seit dieser Zeit sind etwa 10 neue Billigmarken, die cirka 3 Euro kosten, erhältlich. Zu Beginn des Jahres hat British American reagiert und die Preise für Pall Mall von 3,40 auf 3 Euro gesenkt. Gallaher musste daraufhin nachziehen und senkte ab 16. Jänner ebenfalls die Preise für Benson&Hedges, Ronson und Saint George von etwa 3,50 auf 3 Euro. "Es geht ans Eingemachte und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht", so Dumfahrt. Die schlimmsten Kämpfe toben derzeit in Griechenland und Spanien. Ein griechischer Diskontanbieter brachte vor mehr als einem Jahr eine Billigsorte um nur 80 Cent in die Läden. Der niedrigste Preis lag damals bei 1,50 Euro. In Spanien liefern sich Altadis und Philip Morris ein erbittertes Match um Marktanteile. Dafür werden sogar Einbrüche beim Gewinn in Kauf genommen.