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"Mini-Warenkorb" empfindlich teurer

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Wie kommt es, dass die Inflationsrate im Vorjahr von 1,8% auf 1,3% gesunken ist, bei den Konsumenten aber das Gefühl vorherrscht, dass die Lebenshaltungskosten empfindlich gestiegen sind? Der Durchschnitt macht's, lautet die Antwort.


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"Beim täglichen Einkauf spürt man Preiserhöhungen stärker", erklärte gestern Paul Haschka von der Direktion Volkswirtschaft in der Statistik Austria vor Journalisten. Im Verbraucherpreisindex (VPI) sind aber auch selten oder nur von gewissen Bevölkerungsgruppen gekaufte Waren bzw. Dienstleistungen enthalten. Ein von der Statistik Austria gesondert erstellter "Mini-Warenkorb", der nur den wöchentlichen Einkauf (inkl. Tanken) enthält, wurde im Vorjahr um 1,8% teurer, der tägliche Einkauf ("Mikro-Warenkorb") sogar um 2,7%. Ob der Euro daran schuld ist, wollten die Statistikexperten jedoch nicht kommentieren.

Teurere Nahrungsmittel

Der VPI (2003: 105,9 nach 104,5) setzt sich aus 12 Verbrauchsgruppen zusammen. Stärker als der Gesamt-Index stiegen im Vorjahr u.a. die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren (+3,1%), Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+1,7%) sowie die Dienstleistungen in Restaurants und Hotels (+2,7%). In der Gruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" stechen Versicherungsprämien mit einem Anstieg um 3,7% hervor.

Telefonieren wird hingegen immer billiger. Das betreffe sowohl die Geräte als auch die Gebühren, sagte Haschka. So wurden etwa im vergangenen Jahr Telefonapparate um 17,3% billiger. Die Nachrichtenübermittlung allgemein verzeichnete einen Rückgang um 1,7%. Zu den "Preisdämpfern" zählen auch die in der Verbrauchsgruppe "Freizeit und Kultur" enthaltenen Datenverarbeitungsgeräte (minus 18,1%) und Fotoapparate (minus 9,6%).

Die Gebühren- und Steuererhöhungen der Jahre 2000 bis 2003 haben den Durchschnittshaushalt in Österreich mit etwa 466 Euro p.a. belastet, ergab eine Sonderauswertung der Statistik Austria. Dies entspreche in etwa der Größenordnung der geplanten Steuerreform. Für alle Haushalte zusammen ergeben sich etwas über 1,5 Mrd. Euro Belastung jährlich.

In der EU liegt Österreich mit einem Harmonisierten Verbraucherpreisindex von 1,3% weiterhin unter den Besten. Nur Deutschland wies mit 1% eine geringere Inflationsrate auf. In der EU-15 lag die Rate im Schnitt bei 2,0%.