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Ministerium für Tourismus?

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

+++SPÖ kann sich eigene Vertretung vorstellen. | ÖVP-Klubobmann Molterer winkt ab. | Sonntagsöffnung bleibt Streitpunkt.


Saalfelden . Einen Tourismusbeauftragten oder gleich ein eigenes Tourismusministerium - SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer kann sich beide Varianten vorstellen. Ferienregelungen und Vermarktung seien Bereiche, die besser koordiniert werden sollten, meinte er am Mittwoch im Rahmen des Kongresses der Österreichischen Hoteliervereinigung in Saalfelden.

"Anwalt touristischer

Wenn sich die Tourismusbranche darüber einig sei, dass ein entsprechendes Ministerium die Bedeutung der Branche unterstreicht und die Koordination erleichtert, sei die SPÖ bereit, darüber zu reden, sagte Gusenbauer. Der Vorteil eines Tourismusministeriums wäre es, dass sich staatliche Bürokratie und Tourismuswirtschaft auf Augenhöhe begegnen könnten. Außerdem könnte ein Tourismusminister als "Anwalt touristischer Interessen" fungieren.

Wesentlicher Teil

In der österreichischen Verfassung sind für den Bereich Tourismus die Bundesländer zuständig. Doch auch auf Beamtenebene würden Verknüpfungen erfolgen, erklärte Elisabeth Udolf-Strobl, Leiterin der Sektion Tourismus im Wirtschaftsministerium. "Natürlich findet es jede Branche schön, eine ausdrücklich eigene Vertretung zu haben. Ob es aber zielführend ist, eine Branche aus dem Gesamtgefüge der Wirtschaftspolitik herauszulösen, ist eine andere Frage"; sagte sie.

Das sieht ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer genauso: "Der Tourismus ist ein wesentlicher Teil der Wirtschaft und daher im Wirtschaftsausschuss des Nationalrats gut aufgehoben", erklärte Molterer gegenüber der "Wiener Zeitung".

Geteilte Meinung gibt es auch beim Thema Sonntagsöffnung: Für Molterer kein Thema, meinte Gusenbauer hingegen, es wäre "ehrlicher", unter bestimmten Bedingungen die Sonntagsöffnung auf Tourismusregionen zu beschränken als generell dagegen zu wettern. Ausnahmen gebe es schon bisher. "Immer mehr Menschen arbeiten ohnehin schon am Sonntag." Allerdings dürfte es nicht zur Diskussion stehen, Sonntagszuschläge abzuschaffen.

Denn das Lohnniveau spiele eine entscheidende Rolle für die Tourismusbranche, eine Einkommensumverteilung sei für die Kaufkraft der heimischen Urlauber wichtig, so Gusenbauer. Und noch etwas hält er für wichtig: Der Eindruck, der außerhalb des Landes von Österreich entsteht. "Ortstafeln ein paar Meter zu verrücken" sei dabei nicht hilfreich.