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Miozän online in Wikipedia

Von Christian Hoffmann

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Zu dem Zeitpunkt, da ich diese Zeilen schreibe, sind es 68.540. Noch vor zehn Jahren hätte ich über dergleichen nachsichtig gelächelt: Ein Lexikon im Internet, kann das mehr sein als eine Spielerei? - Wikipedia, "die freie Enzyklopädie", bietet derzeit 68.540 Artikel in deutscher Sprache an, auf Englisch etwa 230.000; die deutschsprachige Version besteht gerade einmal drei Jahre. Man beruft sich aber auf eine stolze Tradition, auf die großen Enzyklopädisten des 18. Jahrhunderts, Diderot und D'Alembert, und sieht sich in deren Nachfolge für das 21. Jahrhundert.

Das Wort "wiki" kommt aus dem Hawaiianischen und heißt "schnell". Das "WikiWeb" verbindet möglichst einfach aufgebaute Seitensammlungen, die von den Benutzern auch online geändert werden können. Der Programmierer Ward Cunningham (Hauptwerk: "The Wiki Way: Quick collaboration on the Web") war besessen von der Idee eines effizienten Wissensmanagements im Netz der Netze. Das Ergebnis ist die freie Online-Enzyklopädie, die mittlerweile von der Wikimedia-Foundation betrieben wird.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Kürzlich einmal kam ich zum Beispiel im Gespräch auf das Miozän, ein mehr als fünf Millionen Jahre zurückliegendes Erdzeitalter, die richtige Fragestellung für ein Lexikon. Wie bei anderen derartigen Problemen war Wikipedia sofort zur Stelle und setzte mich auch ausführlich von der globalen Abkühlung des Klimas gegen Ende des Miozäns in Kenntnis. - Rund 68.539 andere Fragen habe ich also noch gut.

http://de.wikipedia.org/