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Mit Gender-Schultüte und Deutschkursen ins neue Schuljahr

Von Pia Feiel

Politik

Rechtzeitig zum Schulstart präsentieren die Parlamentsparteien ihre Vorschläge für Änderungen im Bildungssektor.


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Wien. Nach neun Wochen Ferien hat am Montag in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland, wieder die Schule begonnen. Zu diesem Anlass haben die Parlamentsparteien zum Thema Bildung Stellung bezogen.

Mit der Kampagne "Schluss mit der Bildungseiszeit" möchte zum Beispiel die rote "Aktion kritischer Schüler_innen" (AKS) auf Missstände im Bildungssystem hinweisen. Neben mehr Mitbestimmungsrecht beim Unterrichtsstoff ist auch die Wahl der BundesschülerInnen Vertretung Thema. Dass derzeit nur die von den Schulsprechern gewählte Landesschülervertretung die Bundesvertretung wählt, kritisiert die AKS als "äußerst undemokratisch".

Die niederösterreichische ÖVP-Landesregierung möchte wiederum die Aufwandsentschädigung für teilnehmende Betriebe des Programms "Schule am Bauernhof" aufstocken. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler während eines Tagesausflugs in direkten Kontakt mit der Landwirtschaft kommen.

Die Neos sprechen sich erneut für Begabtenförderung aus. Das Geld für diese soll aus Zuschüssen kommen, die Schulen erhalten, wenn sie Kinder mit erhöhtem Förderbedarf aufnehmen.

Lernen in den Ferien

Zudem sollen die Schulen, so die Forderung der Neos, Förderprogramme in den letzten beiden Ferienwochen anbieten. Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen sollen zu einem solchen Kurs vom Klassenvorstand verpflichtet werden können.

Bei der FPÖ ist Integration das führende Thema: "Deutsch scheint in polytechnischen Schulen ein Problem zu sein", so Wendelin Mölzer, Bildungssprecher der FPÖ. Durch fehlendes Augenmerk auf diesen Bereich würden die einjährigen polytechnischen Schulen zu "Auffanglagern für Schüler mit Defiziten" verkommen. Um diese Bildungslücke zu schließen, fordert der freiheitliche Parlamentsklub erneut Deutschklassen für Volksschüler.

Der grüne Bildungssprecher Harald Walser fordert, dass den Eltern die Verantwortung für den Einkauf der Unterrichtsmaterialien abgenommen wird. Für etwa 28 Millionen Euro sollen Pflichtschulen einen Warenkorb bereitstellen, aus welchem die Schüler mit den benötigten Materialien versorgt werden. Außerdem präsentierten die Grünen Frauen Wien anlässlich des Schulstarts eine XXL-Schultüte für mehr Chancengleichheit. Darin werden etwa klischeefreie Erstlesebücher gefordert.