Zum Hauptinhalt springen

Mit höheren Prämien rechnen

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Die Anschläge auf das World Trade Center in New York vom 11. September haben zur Folge, dass weltweit die Versicherungsprämien im Industrie- und Großkundenbereich steigen. Notwendig sei die Erhöhung aufgrund des harten Verdrängungswettbewerbs schon vor dem 11. September gewesen, meint Ernst Kiefhaber, Geschäftsführer von Marsh Austria.


Schon in den vergangenen Jahren hätten die Assekuranzen versucht, die Verluste im Kerngeschäft über den Kapitalmarkt wettzumachen. Die jüngste Entwicklung an den Börsen lasse die Veranlagungsgewinne jedoch dahinschmelzen, analysierte Kiefhaber gestern vor Journalisten.

Dazu komme jetzt der Schadensfall WTC - die Sachschäden werden auf 30 bis 50 Mrd. Dollar geschätzt - mit einem hohen Kapitaleinsatz. Daher werden nicht nur die Prämien, sondern auch die Selbsthehalte angehoben. Bei Sachschäden in der Industrieversicherung betrage der Selbstbehalt in Österreich derzeit im Durchschnitt 100.000 Schilling. Eine Steigerung auf bis zu 1 Mill. Schilling sei im Bereich des Möglichen.

Marsh Austria gehört der in den Sparten Risiko- und Versicherungsmanagement, Vermögensverwaltung und Unternehmensberatung tätigen Marsh&McLennan Companies (MMC). Die Holding ist eine reine Publikumsgesellschaft und notiert an den Börsen New York und London. Im Geschäftsjahr 2000 erwirtschaftete MMC mit 58.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 10,2 Mrd. Dollar und erzielte einen Nettogewinn von rund 1,2 Mrd. Dollar. Marsh Austria ist auf Riskmanagement von Hazard Risks (Sach-, Betriebsunterbrechungs-, Transport- oder Haftpflichtrisken) spezialisiert. Im Jahr 2000 wurden von 25 Mitarbeitern Prämien in Höhe von rund 500 Mill. Schilling verwaltet.