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Mit Hurra in den Abgrund

Von Stefanie Holzer

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Im Grunde ist es langweilig: Der durchschnittliche Fernsehkritiker schreibt seit Jahren, dass das Programm des ORF sich stetig steigert in seinen Bemühungen, die Talsohlen des guten Geschmacks noch zu unterschreiten. Sich wöchentlich erneut zu empören, ist nicht möglich angesichts einer Reihe wie "Thema", bei der die Verantwortlichen stets darauf zählen, dass irgendwo einer durchdreht und seine Mutter mit dem Fleischerbeil attackiert. Die Thema-Redakteure parasitieren mit kritisch gerunzelter Stirn auf dem Elend anderer Leute.

Lustiger ist da schon Frau Rußwurm, die in ihrem abwaschbaren Frohsinn die Schwiegertochter Osama bin Ladens präsentiert, oder war's die Schwägerin? Auf ORF 1 gibt es mit "25 - das Magazin" weitere Belustigungen. Der junge Mann, der diese Blähungen verursachende Mischung aus Seitenblicken und Kultur kürzlich präsentierte, kann nicht sprechen, dafür zwinkert er seinem offenkundig kongenial beschränkt vorgestellten Zuschauer verständnisinnig zu. Da müssen Sie mal reinschauen. Unbedingt.

Die Hoffnung, dass der ORF unter konservativer Führung die "fortschrittlichen" Zeiler'schen Reformen in Richtung des Niveaus der Privatsender rückgängig machte, hat sich nicht erfüllt. Frau Lindner macht nichts anders als ihre Vorgänger. Der ORF-Galopp auf die eigene Abschaffung hin hat ein surreales Element. Ich fürchte, die werden, wenn es dann so weit ist, auch noch überrascht sein. Die vom ORF für blöde gehaltenen Zuschauer werden derweil ihre Bedürfnisse längst bei anderen Sendern befriedigen.