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Mit John Cleese unter die Top drei

Von Rosa Eder

Wirtschaft
Very british: Jenseits des Ärmelkanals wird mit großer Leidenschaft gewettet. Foto: reu

Pionier bei Online-Sportwetten ist in Österreich noch unbekannt. | "Typischer Brite" Cleese rührt für die Marke die Werbetrommel. | Wien. Die spinnen, die Briten. Nicht nur, dass sie auf der Straße links fahren und sich gerne in einer Schlange anstellen: Sie wetten auch für ihr Leben gern. Und sie setzen auf fast alles. Neben klassischen Wetten auf die Ergebnisse von Fußballspielen, Hunde- oder Pferderennen bieten Buchmacher auch für die skurrilsten Wettwünsche Quoten an. "


Einer unserer Kunden hat sogar auf seinen eigenen Tod gewettet", erzählt Henry Birch, CEO des britischen Sportwettenanbieters William Hill, der nun auch einen Fuß in den österreichischen Online-Sportwetten-Markt setzt. Dessen Volumen - gemessen an den Nettospielerträgen - wird auf rund 110 Millionen Euro geschätzt.

"Authentisch-britisches Angebot"

Der britische Schauspieler John Cleese rührt seit einigen Tagen die Werbetrommel, um dem wettbegeisterten österreichischen Publikum das Angebot von William Hill "authentisch-britisch" näherzubringen. Innerhalb eines Jahres will sich William Hill hierzulande einen Platz unter den Top 3 erkämpfen. Größter Konkurrent ist Wettanbieter bwin, der sich gerade mit PartyGaming zum weltweit größten börsenotierten Online-Wettunternehmen zusammenschließt.

Die 1934 gegründete William Hill Group ist mit rund 2300 Wett-Shops und einem Marktanteil von 26 Prozent der größte Anbieter in Großbritannien. "Wir sind dort so bekannt wie Billa in Österreich", sagte Birch am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Online-Sportwetten werden bereits seit 1998 angeboten. Vor zwei Jahren erfolgte die Ausgliederung dieses Bereichs in William Hill Online, das mittlerweile Websites in 21 verschiedenen Sprachen betreibt und weltweit 1,3 Millionen aktive Kunden zählt. Das Headquarter befindet sich in Gibraltar an der Südspitze der Iberischen Halbinsel. Von dort aus arbeitet auch Marketingleiter Wilhelm Huber. Büros in Österreich seien keine geplant, sagte er.

Der österreichische Kunde kann nun auf der Österreich-Version der internationalen Online-Plattform www.williamhill.com aus einem weltweit breit gefächerten Wettangebot "mit im Vergleich zum Mitbewerb besonders attraktiven Quoten" wählen, heißt es.

Auch Deutschland im Visier

Dabei werden für Österreich interessante Sportveranstaltungen in den Vordergrund gestellt und auch das Serviceangebot spezifisch abgestimmt. Der Fokus liegt auf Fußballwetten. Hier ist William Hill weltweit marktführend.

Auch Deutschland ist als Zielland interessant geworden, insbesondere vor dem Hintergrund des Entscheids des Europäische Gerichtshofs (EuGH), wonach das deutsche Monopol für Lotto, Sportwetten und andere Glücksspiele "nicht mehr gerechtfertigt" sei. Obwohl der Richterspruch vorerst keine unmittelbaren Auswirkungen hat, freuen sich die privaten Glücksspielanbieter. Sie hoffen, dass auch die deutschen Gerichte, die die Meinung des EuGH erbeten hatten, zu ihren Gunsten entscheiden werden.