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Mit Kneten und Trompeten

Von Christina Böck

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Es muss ganz lustig gewesen sein in jener Redaktionssitzung der BBC, in der ein verwegener Mitarbeiter gesagt hat: "Machen wir doch einmal eine Show, in der die Leute um die Wette Kuchen backen!" Das muss ein Hallo gewesen sein. Gefolgt von einem herzlichen, kollektiven "Traust di nie!"

Nun, seit 2010 gibt es auf BBC2 eine Show namens "The Great British Bake Off". Es ist eine Show, in der Leute um die Wette backen. Und sie ist ein riesiger Quotenerfolg, der manchmal sogar mehr Zuschauer hat als Fußballspiele. Das heißt etwas, vor allem bei den Briten. Andererseits ist gerade der Engländer einer, der besonders viel Freude an Teig hat. Und daran, Sachen unter Teig zu verstecken. Böse Zungen sagen, das ist vielleicht eh besser. Wie auch immer. In der britischen Küche ist der Pie jedenfalls an Beliebtheit wohl nur geschlagen vom Pint. Das allein dürfte aber nicht der Grund für die Popularität der Show sein, in der erst kürzlich ein Brot, das von einem Picassobild inspiriert war, gebacken wurde. Es liegt wohl eher daran, dass den englischen TV-Sehern so wie dem Rest der Welt das ewige Adele-Hits-Nachsingen von Dreiminutensternchen, wie es in üblichen Talentshows die Regel ist, schon erheblich auf die Nerven geht. Da schaut man dann schon lieber jemandem beim Kneten zu.

Und die Idee hat fraglos ziemliches Potenzial für eine internationale Verbreitung. Denn zumindest hierzulande gibt es auch eine lange Tradition des Sachen-im-Teig-Versteckens: Liebes Puls4, liebes ATV, ach was, lieber ORF: Wann kommt endlich "Österreich sucht den Superknödel"?