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Mit Österreich-Bezug

Von Hermann Schlösser

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Am Nationalfeiertag war Österreich im ORF und in 3sat von morgens früh bis abends spät präsent. Teils walzerselig, teils gesellschaftskritisch wurden österreichische Themen behandelt.

Die Hauptsendezeit in 3sat war für Andreas Hofer reserviert: "Die Freiheit des Adlers", von Xaver Schwarzenberger nach einem Drehbuch von Felix Mitterer inszeniert, zeigte den Befreiungskampf der Tiroler gegen Napoleon. Der Film wurde schon einmal im Fernsehen gezeigt, hat aber seine Wirkung auch in der Wiederholung nicht verfehlt. Historische Kostüme, Schlachtenlärm, menschlich bewegende Schicksale - das sind Stoffe, aus denen Fernsehträume sind. Hochdramatisch ist schon der Beginn: Einer Frau wird der Sohn geraubt, der gegen seinen Willen zum Militär gepresst wird.

Beeindruckend gut sind die Schauspieler: Tobias Moretti zeichnet einen eher zurückhaltenden Hofer, Franz Xaver Kroetz brilliert in der Rolle des fanatischen Priesters Haspinger und Julia Stemberger springt über ihren Wiener Schatten und spricht ein passables Tirolerisch (so weit das ein Auswärtiger beurteilen kann.)

Wer diesen Beitrag allzu patriotisch fand, konnte sich unmittelbar danach mit Elfriede Jelineks Kaprun-Drama "Das Werk" beschäftigen. Das Fernsehen hat eben für jeden etwas. Aber interessant wäre die Frage, wie viel der Nobelpreis dazu beitrug, dass dieses österreichkritische Stück für nationalfeiertagstauglich erachtetet wurde.