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Mit Schlagstöcken gegen Castor-Gegner

Von WZ Online

Europaarchiv

Leitstade/Gorleben. Von heftigen Protesten war am Sonntag der Castor-Transport in Deutschland begleitet. Zahlreiche Demonstranten blockierten die Gleise. Die Polizei griff zu Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken. Der Zug mit hochradioaktivem Atommüll musste Umwege in Kauf nehmen und soll am heutigen Montag mit massiver Verspätung im Zwischenlager Gorleben eintreffen. | Castor-Transport erreicht Deutschland


Bis mindestens heutemorgen dürfte der Castor-Transport lahmgelegt sein. Die Gleise wurden zum wiederholten Male blockiert und vor allem waren die Polizisten am Ende ihrer Kräfte. Der Zug stand über Nacht in Dahlenburg, rund 30 Kilometer vor dem Verladebahnhof Dannenberg, von wo aus die elf Behälter die letzten Kilometer per Tieflader zurücklegen sollen.

Der Zug wurde dort mit Stacheldraht eingezäunt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizei-Gewerkschaft, Rainer Wendt.

Die Polizisten - insgesamt waren 20.000 im Einsatz - waren teilweise über 24 Stunden am Stück im Einsatz. Da sie wegen Traktor-Blockaden teilweise nicht ausgetauscht werden konnten, wurde die Situation für die Beamten immer schwieriger.

Ausschreitungen mit Tränengas und Schlagstöcken

Schon in der Früh kam es im Wendland im deutschen Bundesland Niedersachsen zu gewalttätigen Zusammenstößen, als die Polizei gegen eine sogenannte "Schotter-Aktion" von Atomkraftgegnern vorging.

Zu den Ausschreitungen sagte ein Sprecher des Castor-Einsatzes der Polizei in Dannenberg, auf einer Strecke von sechs Metern Länge hätten westlich von Leitstade (Landkreis Lüchow-Dannenberg) rund 250 Menschen die Steine aus den Gleisbetten entfernt, um den Transport zu behindern. Die Polizei habe Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Gruppe angewendet. Die Aktivisten hätten ihrerseits die Polizeibeamten mit Signalmunition und Pyrotechnik angegriffen.

Im Laufe des Sonntages kam es zu zahlreichen weiteren Protestaktionen. Wegen einer, laut Polizei, "kleineren Blockade" der Bahngleise musste der Zug in Dumstorf gestoppt werden. Nach Angaben der Castor-Gegner befanden sich im niedersächsischen Ort rund 70 Menschen auf den Gleisen. Dumstorf liegt rund 30 Kilometer nordwestlich von Dannenberg, wo die Castor-Behälter für die restliche Strecke auf Lkw verladen werden sollen. (APA/AFP/dpa/dapd/red.)