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Mit viel Vertrauen in die Grazer Burg

Von Heiner Boberski

Politik

Wahlsieger Voves: Vom "Powerplay" zum "Powerplan". | Seine Vorbilder: Bruno Kreisky, Karlheinz Böhm. | Wien. Der Wahlsieger Franz Voves hatte einst im Eishockey Erfahrung mit "Powerplay", für die steirische Landtagswahl warb er erfolgreich mit einem "Powerplan". Der Siegeswille des als sehr ehrgeizig geltenden SPÖ-Landeschefs führte letztlich trotz mancher Kritik an ihm - etwa an einer zu teuren Büroausstattung - zu einem klaren Erfolg.


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Voves sieht sich seit seiner Kindheit als politischer Mensch, 1995 wurde er in den Landesparteivorstand der SPÖ-Steiermark kooptiert. 2001 holte ihn Peter Schachner-Blazizek in die Landesregierung, wo er Schachner als Landeshauptmann-Stellvertreter nachfolgte. Als seine wichtigsten politischen Anliegen nannte Voves: Regionen fördern, Regionen erhalten; bedürfnisorientierte Gesundheits- und Sozialpolitik; kinder- und jugendfreundliche Gesellschaft; Freizeitgestaltung für Jung und Alt.

Franz Voves stammt aus einer ursprünglich in Kapfenberg ansässigen Arbeiterfamilie. Er wurde als drittes von vier Kindern am 28. Februar 1953 in Graz geboren. Der SPÖ-Spitzenmann ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Stiefsohn aus der ersten Ehe seiner Gattin.

Seinen Spitznamen "Pezi" erhielt er schon in der Säuglingsstation, weil er dort als einziges von rund 40 Babys nicht in den höchsten Tönen plärrte, sondern brummte; er ist ihm bis heute geblieben.

Der Name Voves wurde zunächst im Sport bekannt. Als Schüler agierte Franz Voves noch als "Goalie" beim Fußballklub Sturm Graz, mit 13 wechselte er zum Eishockey und schaffte schon 15 den Sprung in die Stamm-Mannschaft des ATSE-Graz. Zwischen 1970 und 1977 trug er in 75 Spielen den Dress des österreichischen Nationalteams und nahm an sieben Weltmeisterschaften teil. Als Krönung seiner sportlichen Laufbahn erlebte er die Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck. Voves engagierte sich auch später als Funktionär für den Sport, beim ATSE und beim Sportverband Askö.

1978 schloss Voves sein Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ab, von 1979 an durchlief er bei der Merkur Versicherung AG alle Hierarchiestufen und gehörte dort ab 1989, zuständig für die kaufmännischen Bereiche, dem Vorstand an. Auf seiner Homepage schreibt er dazu, er kenne "die Mechanismen des Turbokapitalismus genau" und wolle sein Wirtschaftswissen "dafür einsetzen, den Schwächeren zu helfen und soziale Gerechtigkeit zu schaffen".

Voves zeigt dort auch, dass es ihm, der jetzt mit großem Vertrauen der Steirer in die Grazer Burg einziehen kann, nicht an Selbstvertrauen mangelt: "Meine Stärke ist, dass ich mit Menschen gut umgehen, sie motivieren und gut führen kann und das weder hierarchisch noch mit künstlicher Autorität, sondern mit Überzeugungskraft und mit menschlicher und fachlicher Autorität."

Als politisches Vorbild nennt Voves Bruno Kreisky, "weil er sich glaubwürdig für die Arbeitnehmer und sozial Schwachen eingesetzt hat". Gerne kennenlernen würde er Karlheinz Böhm: "Für mich steht er für all das, was ich bewundere: Offenheit, Ehrlichkeit, soziales Handeln, Toleranz, Mut und gelebte Solidarität."

Seine Freizeit verbringt Voves am liebsten mit langen Spaziergängen in der freien Natur. Der Lieblingssong des Gitarrespielers ist "Imagine" von John Lennon. Als seine Lieblingsfilme nennt Voves "African Queen" und "Love Story".