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Mit "Wien Energie" auf den Markt

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die Kräfte der Wiener Strom-, Gas- und Wärmeversorgung mussten gebündelt werden. Da die Töchter der Wiener Stadtwerke Holding auch auf den europäischen Markt vordringen wollen, wurden die drei Unternehmen (Wienstrom, Wiengas und Fernwärme) samt den Anteilen der EnergieAllianz seit Anfang Jänner unter dem gesellschaftlichen Dach "Wien Energie" zusammengefasst. Auf längere Sicht wird es zu einem Verschmelzen der drei Energieversorger kommen.


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Der scharfe Wind am Energiemarkt mache diese gesellschaftliche Konstruktion einer Zwischenholding notwendig, erläutert Karl Skyba, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke und somit auch Schirmherr über die Wien Energie. Mit der Zwischengesellschaft könne man im Fall des Falles flexibel auf neue Erfordernisse des Energiemarkts reagieren. "Wir wissen noch gar nicht, wie sich die Liberalisierung auf das Gasgeschäft auswirken wird." Er kritisiert, dass die Gasversorger - also die Betroffenen - in die Gespräche über die neuen gesetzlichen Regelungen, die mit 1. Oktober ins Haus stehen, nicht eingebunden sind.

Der "Energie-Überbau" gewährleistet nach Meinung der Führung ein einheitliches Auftreten. Denn von nun an sprechen die drei Energieversorger mit einer Stimme gegenüber den Kunden, der EnergieAllianz, anderen Energieunternehmen und dem Gesetzgeber. Damit das neue Konstrukt seine Aufgaben auch erledigen kann, muss es das Personal respektive die Leistungen von den Töchtern zukaufen.

Mit der Fusion wird die Wien Energie zum größten österreichischen Versorger, der in Zukunft mittels Vertriebsschiene EnergieAllianz (an dieser ist Wien Energie zu 40% beteiligt) den bestehenden Heimatmarkt absichern und weitere Marktanteile sowohl im In- als auch im Ausland dazugewinnen will. "Vor allem die kleinen und mittleren Gewerbebetriebe sind unsere Zielgruppe," stellt Skyba die strategische Ausrichtung klar. Eine Stärkung erwartet er sich dabei durch den Zusammenschluss mit Oberösterreichs Stromversorger Energie AG. Diese wird 17% der EnergieAllianz erwerben, und im Gegenzug übernehmen EVN, Wienstrom und Linz AG 25% und eine Aktie der Energie AG. Die Entscheidung sollte in den nächsten Wochen fallen.

Zur Stärkung der Strukturen gehört auch die Umsetzung des Multi-Utility-Ansatzes, sowie des One-stop-Shop-Prinzips. "Wir bemühen uns um bessere Kundenkontakte und -bindung," erklärt Skyba. Braucht ein Kunde Baustrom, so wird ihm auch noch die Anmeldung für die Wasserversorgung und das Telekabel abgenommen.

Wien Energie betreut 2,2 Millionen Kundenanlagen, liefert 9.366 GWh Strom, 1.741 Mill. m³ Gas und 4.323 GWh Wärme. Mit 6.140 Mitarbeitern setzt das Unternehmen 1,6 Mrd. Euro (22,6 Mrd. Schilling) pro Jahr um. Große Synergieeffekte werden fürs erste nicht erwartet. Die Chefetage wurde mit den Vorständen der drei Töchter besetzt. Vorsitzender Michael Obentraut ist Finanzvorstand der Stadtwerke.