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Mit zwei Beinen geht es sich leichter in der Politik

Von Martyna Czarnowska

Politik

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Nein, sagt der eine. Der andere überlegt noch, ob er nein sagen soll. Und der dritte weiß noch überhaupt nichts. Wahrscheinlich handle es sich aber um eine Sommerloch-Debatte. So stellen sich Spekulationen um die Kandidaturen für die BundespräsidentInnenwahl aus Sicht von Vizekanzler und FPÖ-Obmann Herbert Haupt dar. Ob seine Partei einen Kandidaten nominieren wird, sei noch Gegenstand von Gesprächen. Der werde dann ganz anders sein als andere Kandidaten. Wenn aber die ÖVP jemanden aufstellt, der der FPÖ gefällt, dann kann auch der unterstützt werden.

Auf den ersten Blick klarer äußert sich die SPÖ. Wiens Bürgermeister Michael Häupl will nicht Bundespräsident werden. Zumindest hat er "nicht einmal ein Sekunderl" darüber nachgedacht, verriet er der Austria Presseagentur. Dann gibt es noch den stellvertretenden Parteivorsitzenden Heinz Fischer, der sich aber noch Bedenkzeit erbittet. "Ich möchte Zeit haben, dass alles sorgfältig überlegt wird", meinte er. Häupls Unterstützung hat er jedenfalls.

Von Frauen war bei diesen Überlegungen nur am Rande die Rede, auch wenn Außenministerin Benita Ferrero-Waldner ab und zu ins Gespräch gebracht wird. Und die Vorstellung vom Kinderlachen in der Hofburg wird nach wie vor belächelt. Seine Gedanken dazu macht sich aber Herbert Haupt, im Vorjahr noch Frauenminister: "Es scheint die Zeit für eine Frau nur dann gegeben zu sein, wenn sie wirklich in der Politik Erfahrung hat und mit beiden Beinen in der Welt steht. Bei den letzten Wahlen waren Frauen nicht stark genug, um auch zu siegen." Und das obwohl keine von ihnen einbeinig in den Wahlkampf gegangen ist.