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Modellallianz zwischen Niki und Air Berlin

Von Peter Kantor

Wirtschaft

Druck auf Low Cost Carrier steigt. | Synergien durch Allianzen. | Wien. Der Druck auf die in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegene Zahl an Low Cost Carriern (LCC) nimmt zu. Niedrige Margen, hohe Kerosinpreise und die Notwendigkeit zur Anschaffung von Flugzeugen dürfte bald schon eine "kritische Größe" zum Überleben am engen Markt erfordern. In Europa sind zur Zeit 59 LCC tätig, weit mehr als am vergleichbaren US-Markt.


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In welche Richtung der Trend geht, zeigt die Entwicklung in den USA, dort sind heute nur noch rund 15 Low Cost Carrier am Markt.

Die Kooperation von Air Berlin mit der heimischen Billigfluglinie Niki sei von Angang an für beide Seiten sinnvoll und vorteilhaft gewesen, erklärte Niki Lauda, Präsident von Niki, am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der Austrian Business Travel Association (ABTA) in Wien. Der deutsche Carrier ist seit 2004 mit 24% an Niki beteiligt. Air Berlin habe die kritische Größe schon längst überschritten und sei mit 55 Flugzeugen nach Ryan Air und Easy Jet mit jeweils 70 bis 75 Fliegern schon Europas Nummer 3 unter den Low Cost Carriern. Selbst wenn von den aktuell 59 LCC in Europa nur 15 übrig bleiben, seien Air Berlin und Niki sicher dabei. Andere Kooperationen seien ebenfalls vorstellbar, aktuell sei er aber mit der Partnerschaft mit Air Berlin zufrieden, ergänzte Lauda.

Low Cost nicht auf der Langstrecke

Die Frage nach Angeboten auf der Langstrecke stellt sich für LCC aus der Sicht von Lauda derzeit nicht "Low Cost und Langstrecke sind ein Widerspruch", meint er. In der "Off-season" sei die Konkurrenz auf diesem Sektor schon jetzt sehr hart, "low cost" sei hier schon Alltag.

Einen Börsegang wollte Lauda längerfristig nicht ausschließen, man werde sich den SkyEurope-Börsegang genau ansehen.

Die Vorteile der Kooperation hoben auch Michael Frahm, Niki-Geschäftsführer und Stefan Magira, Sales Manager bei Air Berlin hervor: "Aufgrund der Kooperation mit Air Berlin ist es Niki etwa möglich, mit nur 18 Mitarbeitern 5 Flugzeuge zu fliegen", so Frahm. In Wien Schwechat sind die beiden Partner gemeinsam bereits die Nummer 2 unter den Fluglinien. Als die drei Säulen des Geschäfts nannte Frahm die "Palma-Destination" (Mallorca), Kooperationen mit Reisebüros und den "City-Shuttle". Bereits im ersten Geschäftsjahr habe Niki rund 940.000 Passagiere transportiert, Air Berlin als mittlerweile zweitgrößte Airline Deutschlands beförderte im vergangenen Jahr rund 12 Millionen Menschen.

"Wir sind heute eine echte Alternative auch für Business-Kunden", so Magira. Auch Geschäftsreisende wollen beim Fliegen sparen, der Trend gehe daher deutlich Richtung "Economy Class." Daneben sei auch Flexibilität wichtig. So bietet Air Berlin etwa kostenloses Umbuchen, verlangt keine Stornokosten und ermöglicht Zahlungen mit Firmen- und Reisestellenkreditkarten.