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Mon amour

Von Peter Bochskanl

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Am heutigen Tag jährt sich der US-Atombombenabwurf über Nagasaki zum 60. Mal. Aus diesem Anlass wiederholt Ö1 um 20.31 Uhr das 1972 produzierte Hörspiel "Hiroshima, mon amour". Es basiert auf dem gleichna-migen Film von Alain Resnais, zu dem die französische Schriftstellerin Marguerite Duras das mit einemOscar ausgezeichnete Drehbuch geschrieben hat. Der 1959 gedrehte Spielfilm gilt als Meisterwerk der Novelle Vague. 1960 veröffentlichte Duras eine Buchfassung.

Traute Foresti und Frank Hoffmann sind heute als Paar der dramatischen Liebesgeschichte zu hören, die vom Grauen des August 1945 ausgehend die Traumatisierung von Menschen durch brutale Gewalt ausleuchtet und trotz oder gerade wegen der poetischen Komposition eine massive und tiefgehende Anklage gegen den Krieg ist.

Leider wird auch die Ausstrahlung des Hörspiels an der Verdrängung der Atomgefahren durch die Wohlstandsgesellschaften kaum etwas ändern. Auch wenn der Iran nun mit der Wiederaufnahme der Urananreicherung Schlagzeilen macht und der US-Kongress erhebliche Mittel bewilligt hat, um "kleinere" Atombomben einsatzfähig zu machen, dringt dies kaum ins Bewusstsein des Einzelnen.

Die Angst aus dem Lebensalltag draußen zu halten, ist eben ein verständlicher Reflex, der aber auch die Entstehung einer wirklich breiten Bewegung und damit die Chance darauf verunmöglicht, die Atompolitiker zur Vernunft zu bringen.