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Monti sorgt für Verwirrung im Endspurt des Wahlkampfes

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Merkel-Sprecher dementiert - Italiens Premier relativiert seine Aussage.


Rom. Mit seiner nach kurzer Zeit ohnehin wieder relativierten Aussage, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nicht wünsche, dass die Linke in Italien an die Regierung komme, hat der italienische Regierungschef Mario Monti im Wahlkampffinale noch einmal für Aufregung gesorgt.

Merkels Sprecher Steffen Seibert dementierte umgehend und Monti stellte klar, das er keineswegs von einer Einflussnahme der deutschen Regierungschefin auf die italienischen Wahlen gesprochen habe. Er habe nur auf die Behauptung Silvio Berlusconis geantwortet, der gemeint hatte, Monti und Merkel hätten sich bereits darauf geeinigt, die favorisierte Demokratische Partei (PD) von Pier Luigi Bersani nach den Wahlen zu unterstützen. Berlusconi hatte sich in seinem Wahlkampf wiederholt in Angriffen gegen die deutsche Kanzlerin geübt.

Bersani selbst nahm die Angelegenheit gelassen hin. Sie scheine ihm mehr ein Schnitzer Montis zu sein als eine Initiative Merkels, sagte der PD-Parteichef und wies darauf hin, dass sich die Regierungen Europas gegenseitig respektieren und ein derartiger Schritt von Merkel undenkbar sei.

Vor einer Wiederwahl Berlusconis warnte am Donnerstag aber der Präsident des EU-Parlaments, der deutsche Sozialdemokrat Martin Schulz. In einem Interview mit der "Bild-Zeitung" sagte Schulz, Berlusconi habe Italien schon einmal durch unverantwortliches Regierungshandeln und persönliche Eskapaden ins Trudeln gebracht. Er habe aber großes Vertrauen in die italienischen Wähler, dass sie die richtige Wahl treffen, sagte Schulz.