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Moskau geht auf Investorenfang

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Russland geht in Europa auf Investorenfang. Auch Österreichs Unternehmen sollen in die Region um Moskau gelockt werden. Alexandr Axionov, Vizeminister für Wirtschaftsbeziehungen der Region Oblast (Moskau-Umland), kam extra nach Wien, um vor ausgewählten Gästen für seine Heimat zu werben.


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Russland hat in Bezug auf Investitionssicherheit wegen der Yukos-Affäre Kratzer bekommen. Auch wenn Präsident Wladimir Putin hinsichtlich der wichtigen Öl- und Gasreserven strategisch klug gehandelt hat, wurden doch viele Investoren verschreckt - trotzdem die Wirtschaft boomt. Daher flossen 2004 nur 5,3 Mrd. Euro ausländischer Investitionen nach Russland, aber 7 Mrd. Euro Kapital flüchteten aus dem Land.

Anlässlich seiner Russland-Promotion-Tour präsentierte sich Putin auf der Industriemesse in Hannover mit Deutschlands Kanzler Gerhard Schröder in demonstrativer Eintracht. Einige Verträge wurden am Montag unterzeichnet. Doch einer platzte gleich einen Tag später: Dabei erlitt der deutsche Elektromulti Siemens einen schwerem Rückschlag. Ihm wurde von der russischen Kartellbehörde untersagt, den Turbinenhersteller Silowyje Machiny (Power Machine) zu übernehmen. Siemens hätte 320 Mio. Euro locker gemacht.

Beim Russian Economic Forum in London beklagte sich Robert Dudley, Chef des Erdöl-Joint-Ventures TNK-BP, über die überraschende Steuerforderung von 740 Mio. Euro.

Die Russen sind um Schadensbegrenzung bemüht oder spielen die Probleme herunter. So sieht Axionov für den Großraum Moskau keinen Trend zur Kapitalflucht: "Zu unserer Überraschung sind die westlichen Konzerne geblieben." Er preist seine Region als vertrauenswürdigen Standort an. Westlichen Investoren verspricht er gute Information über Förderprogramme und die rasche Abwicklung behördlicher Verfahren.

Die Nachfolgerin des Immobilienentwicklers Zwerenz & Krause, die Credo Real Estate AG, an der die Constantia Privatbank zu 30% beteiligt ist, bietet über ihre russische Tochter ImmoRu ein Service für investionswillige heimische Unternehmen. Es umfasst Erwerb, Aufschließung und Parzellierung von Landreserven. Für die Verträge soll europäisches Recht gelten.

Zwei Projekte wird die ImmoRu selbst entwickeln: 1.200 Wohnhäuser samt Einkaufszentrum in Stupino und ein SAS-Hotel mit 600 Zimmern beim Flughafen Domodedova. Die Option für 7,5 Mio m² Baugründe wurde erworben.