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Moskau stärkt Teheran im Atomstreit den Rücken

Von WZ-Korrespondent Arian Faal

Politik

UNO-Resolution gegen Iran in weite Ferne gerückt. | Moskau/Teheran. Der Iran gießt im festgefahrenen Atomstreit neues Öl ins Feuer. Mit runzelnder Stirn mussten US-Diplomaten am Freitag verfolgen, wie Irans Chefverhandler Ali Larijani eine Abschwächung des Resolutionsentwurfs forderte und für den Fall der Verabschiedung damit drohte, die Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde zu überdenken. Nach einem Telefonat zwischen den beiden Präsidenten, Wladimir Putin und Mahmud Ahmadi-Nejad, holte sich Larijani in Moskau persönlich die nötige Rückendeckung.


Der herzliche Empfang für den Spitzendiplomaten und die Versicherung Moskaus, dem wegen der umstrittenen Urananreicherung Teherans erstellten Entwurf so nicht zuzustimmen, werden den Perser mit vollen Händen nach Teheran zurückkehren lassen. Nach Larijanis Gesprächen im Moskauer Sicherheitsrat und Außenministerium meinte Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin sogar, dass, wenn alles optimal verlaufe, eine weitere Beschäftigung mit dem Iran im UN-Sicherheitsrat nicht mehr erforderlich sei.

Allerdings ist das Thema Iran vorerst ohnehin vom Tisch, denn nach einem erfolglosen UN-Treffen in New York beschlossen die Vetomächte und Deutschland, die Iran-Verhandlungen "auf unbestimmte Zeit" zu verschieben.

Haftbefehl gegen

Rafsanjani erlassen

Unterdessen hat die argentinische Justiz zwölf Jahre nach dem Anschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum in Buenos Aires einen internationalen Haftbefehl gegen den Irans Ex-Präsidenten Akbar Hashemi-Rafsanjani und andere ranghohe Politiker - unter ihnen Ex-Außenminister Ali Akbar Welajati und Ex-Geheimdienstminister Ali Fallahian - erlassen. Bei dem Attentat waren 85 Menschen getötet worden. Teheran verurteilte die Haftbefehle als politisch motiviert. "Wir werden das nicht anerkennen Interpol dazu drängen, das ebenfalls nicht zu tun", meinte Irans Geschäftsträger in Argentinien, Mohsen Baharwand.