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Motorisiertes Saiteninstrument

Von Manfred A. Schmid

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Es ist eine Ironie, dass ausgerechnet der Name eines der führenden Köpfe der "Originalklangbewegung" meist falsch ausgesprochen wird. Harnoncourt sollte man, da er auf ein altes, vor Jahrhunderten nach Österreich eingewandertes Huguenotten-Geschlecht verweist, korrekterweise französisch ohne ein stimmhaftes h aussprechen. In den Programmansagen des ORF - so in der jüngsten Sonntags-"Matinee" auf Ö1 - bekommt man es meist anders zu hören; auch Karl Löbl macht da keine Ausnahme. Man rede sich nicht aus, dass man den Namen "eingeösterreichert" habe, dann müsste man auch das abschließende t im Namen erklingen lassen. Da aber geben sich alle plötzlich als sprachbewusste Franzosen zu erkennen.

Ein Rätsel gibt mir auch der brasilianische Formel-1-Star Rubens Barrichello auf. Heinz Prüller spricht seinen Namen immer mit tsch - wie das gleichnamige Saiteninstrument - aus; seine deutschen Kollegen bevorzugen die italienisierende Version mit k. Portugiesisch ausgesprochen müsste es aber annähernd wie ein sch klingen, wie mir von kompetenter Seite versichert wurde. Andererseits: Im Sinne der obigen Argumentation wäre wohl doch die italienische die richtige . . .

Zum Schluss noch ein Rätsel, diesmal allerdings kein phonetisches, sondern eines der Bewegung: In der "ZiB 1" am Sonntag stand Eugen Freund vor der UNO-City und berichtete von den beginnenden Irak-Gesprächen. Dann machte er drei entschlossene Schritte nach rechts, so als ob er sich einem Interviewpartner zuwenden wollte. Dann wandte er sich wieder der Kamera zu und setzte fort. Jetzt frage ich mich, was er mit diesem plötzlichen motorischen Signal sagen wollte: Dass in Wien etwas im Gange ist?