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Mugabe vertreibt letzte weiße Farmer

Von Ralf E. Krüger

Politik

Höfe der in Simbabwe Enteigneten liegen brach. | Johannesburg/Harare. (dpa) Simbabwes letzte weiße Farmer sind in Aufruhr. Sieben Jahre nach der Vertreibung von 4.500 ihrer Kollegen erhielten nun auch die meisten der noch 400 verbliebenen weißen Farmer ihre Marschorder. Sie hatten bis zum Wochenende Zeit, ihre Anwesen zu verlassen. Die bedrängte Regierung von Präsident Robert Mugabe versucht nach Ansicht ihrer Kritiker, mit blindwütigem Aktivismus von der schlimmsten Krise des Landes seit seiner Unabhängigkeit abzulenken. Doch bisher ist noch unklar, wie die Behörden auf die sich wehrenden Farmer reagieren würden.


Denn viele von ihnen ließen die Frist verstreichen. Sie wollten lieber Festnahmen riskieren als freiwillig die Farmen zu verlassen. Zumal Präsident Mugabe zuvor noch angekündigt hatte, die Betroffenen könnten wenigstens bis zur Ernte bleiben. Die Lobbygruppe Justice for Agriculture hatte den Farmern dazu geraten, einen Prozess zu riskieren. Ihre Begründung: "Es ist der einzige Weg, dass ein Farmer erzwingen kann, dass sein Anliegen vor ein Gericht kommt - und er damit auch eine Chance auf faire Anhörung hat."

Doch der für Landfragen zuständige Minister Didymus Mutasa hat bereits gewarnt, dass die Regierung kein zahnloser Tiger sei. Nur Farmer, die gegenüber Mugabe Wohlverhalten gezeigt hätten, dürften auf ihren Anwesen bleiben und ihre Felder als Pächter bestellen. Viele waren es offensichtlich nicht: Von 700 enteigneten weißen Farmern, die Anträge auf die Bearbeitung ihrer Ländereien als Pächter gestellt hatten, wurde lediglich 30 eine Zusage gegeben. Sie sollen helfen, den einstigen Brotkorb Afrikas wieder zu neuen Glanzzeiten zu führen.

Bevölkerung darbt

Denn seit der chaotischen Vertreibung der weißen Farmer durch den damals um seinen Machterhalt kämpfenden Mugabe liegt das Land am Boden. Für die Ernährung seiner rund 12 Millionen Einwohner ist Simbabwe längst auf Hilfe von außen angewiesen. Viele Höfe liegen brach, weil den angesiedelten schwarzen Farmern - fast alle Günstlinge von Mugabe - entweder Kapital oder Erfahrung oder beides für die Bewirtschaftung fehlt. Die darbende Bevölkerung dagegen stöhnt über die höchste Inflationsrate der Welt von mehr als 1280 Prozent, über Arbeitslosenquoten von rund 80 Prozent sowie chronischem Mangel in fast allen Bereichen des täglichen Lebens.

Wer kann, hat dem Land schon lange den Rücken gekehrt. Allein in Südafrika wird die Zahl der dort lebenden Simbabwer auf rund drei Millionen geschätzt. Die Abwanderung der Fachkräfte beschleunigt den Niedergang des einstigen afrikanischen Modellstaates noch weiter. Viele der weißen Farmer aus Simbabwe fanden in Nachbarstaaten eine neue Heimat. Von Sambia über Mosambik bis Nigeria reicht die Palette der Länder, die die ungeliebten Bauern aus dem Mugabe-Staat mit attraktiven Angeboten ins Land lockten.