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Mundschutz und Milchschnitte

Von Christina Böck

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Dass die Klitschko-Brüder einen gewissen Hang zum Entertainment haben, weiß man nicht erst seit ihrer gemeinsamen (stilecht mit russisch gerolltem R ausgesprochenen) Reklame für die Milchschnitte. Auf diversen Talkshow-Couchen fühlen sich die Celebrity-Boxer auch hochgradig wohl. Jetzt gehen sie einen Schritt weiter - und werden Musical-Produzenten. Aber sie sind schlau und bleiben ihrem Ressort treu: Sie werden nämlich eine Musical-Version vom Boxerfilm "Rocky" in Hamburg auf die Bühne bringen. Und dafür haben sie sich auch den einzig Wahren in den Ring geholt, Sylvester Stallone höchstselbst. Er wird aber den singenden und tanzenden "Rocky" jetzt doch nicht mehr selbst geben. Vielleicht ist sein Bariton nicht mehr so taufrisch. Nun kann man skeptisch sein Haupt wiegen und sich fragen, wie oft man wohl auf einer Bühne die Stiegen hinauf- und hinunterlaufen muss, bis so ein Trainings-Lied vorbei ist. Und ob und wie sich das dann auf die stimmliche Kondition auswirkt. Aber man kann auch insgeheim ganz froh sein, dass die Wahl nicht auf einen anderen Filmhit von Sylvester Stallone gefallen ist. "Rambo" zum Beispiel.

Wobei, das wäre nicht einmal die groteskeste Musical-Idee aller Zeiten. Denn es gab ja noch "Wake Up" von Rainhard Fendrich. Aber sogar das wird geschlagen: Diesen zweifelhaften Rang nimmt wohl doch jenes Stück ein, das sich ein paar speziell pietätlose Spaßvögel kurz nach dem Tod von "Crocodile Hunter" Steve Irwin einfallen ließen. Er starb 2006, zugegeben dramatisch, nachdem ihn ein Stachelrochen ins Herz gestochen hatte.