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Musharraf will Dialog

Von Markus Rapp

Politik

Almaty - Unter Vermittlung der nicht befreundeten Atommächte Russland und China sollten heute beim Asien-Gipfel in Kasachstan die verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan einander etwas entgegenkommen. Im Vorfeld blufften sie einander im Wissen um die innenpolitische Lage des Gegners weiter aus. Im umlagerten Kaschmir wurde weitergestorben.


Sowohl Russlands Präsident Wladimir Putin als auch sein chinesischer Widerpart Jiang Zemin wollten in Einzelgesprächen mit den Führern Pakistans und Indiens zumindest einen Dialog vermitteln. Ein Krieg zwischen ihren traditionellen Schützlingen würde auch die russisch-chinesische Balance gefährden.

Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf konnte indes sein "bedingungsloses" Dialogangebot bekräftigen, weil er nicht befürchten musste, Indiens Hindupremier Atal Bihari Vajpayee würde von der Forderung nach einem Ende von Infiltration und "Terrorismus" so bald abrücken. Beider Kriegsrhetorik ließ allerdings nach, während im Hintergrund die Katastrophenschutz- und wohl auch die Kriegsvorbereitungen im geteilten Kaschmir weiterliefen. Im indischen Teil wurden Luftschutzübungen abgehalten und Blutkonserven gesammelt; im pakistanischen Azad Kaschmir starben sechs Soldaten unter indischem Artilleriebeschuss. Pakistanische Diplomaten wurden ins Ausland abkommandiert, um für die Rückkehr internationaler Diplomaten und Investoren zu werben. Indien hat durch diesen Exodus bereits jetzt wirtschaftliche Schäden in 100-Mill.-Dollar-Höhe zu beklagen.