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Musik im Bild - Ein Vergleich

Von Manfred A. Schmid

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Donnerstag spätabends werde ich im Programmangebot der deutschsprachigen Sender leider nur selten fündig. Wenn nicht gerade in den "Kunst-Stücken" etwas läuft, das mein Interesse weckt - wie jüngst "Die Cannes Rolle", dann weiche ich gerne auf das italienische Staatsfernsehen RAI aus. Denn da steht an diesem Tag jeweils ab zirka 23 Uhr "All'Opera" auf dem Programm. Und wo, möchte man meinen, wäre das Genre Oper wohl besser aufgehoben als bei unseren belcanto-begeisterten südlichen Nachbarn? Doch das Vergnügen ist durch die völlig unzulängliche Aufnahmequalität bisher noch jedes Mal empfindlich getrübt worden. Sowohl in akustischer Hinsicht als auch bei der visuellen Umsetzung ist das Ergebnis nur als äußerst "lieblos" zu charakterisieren. Da wird offensichtlich mit der Kamera einfach darauflos gehalten, und die Tonqualität ist meist nicht viel besser als bei einem privaten Mitschnitt von der dritten oder vierten Reihe aus - mit einem in der Rocktasche versteckten Mikrophon. Warum ich trotzdem dabei bin? - Es werden Opern gezeigt, denen man ansonsten nur selten begegnet: Übermorgen steht zum Beispiel Puccinis "La fanciulla del West" auf dem Programm.

Vielleicht drehen diesmal auch Sie auf und wollen sich selbst ein Bild davon machen? Jedenfalls lernt man so den hohen Standard der (eher seltenen) Musikübertragungen im ORF sowie der regelmäßigen (jeden Mittwoch) im Kultursender ARTE erst so richtig zu schätzen. Da sind wahre Könner am Werk. Das gilt übrigens auch für viele Sportübertragungen: Auch bei den Skirennen im Fernsehen sind wir - was die Kameraführung betrifft - Weltmeister.