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Musikalische Vielfalt soll in Wien bald sichtbar werden

Von Judith Engel und Selina Nowak

Politik

"Wien ist ein Ort, wo verschiedene Kulturen miteinander in Kontakt treten." | Vielseitige Produktion von Musik, jedoch einseitiger Musikkonsum. | Von 26. Mai bis 6. Juni zeigt Österreich seine musikalische Vielfalt. | Wien. Das Musikfest der Vielfalt sei ein wichtiger Beitrag zur


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Umsetzung der "Unseco-Konvention zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen", betont die Präsidentin der österreichischen Unesco-Kommission, Eva Nowotny. Es stärke das Bewusstsein für die gelebte Vielfalt. Damit begründete Nowotny ihre Schirmherrschaft für das von 26. Mai bis 6. Juni geplante Musikfest.

Der Startschuss für das Musikfest der Vielfalt fiel bereits im Rahmen der Konferenz "European Forum on Music" von 15. bis 18. April an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst. Unter dem Motto "Musical Diversity. Looking back - looking forward" diskutierten internationale Experten über verschiedene Bereiche musikalischer Vielfalt.

Positive sowie negativeEffekte des Internets

"Die Gesellschaft braucht

Musik", ist sich der SPÖ-Politiker Peko Baxant sicher. Deswegen dürfe auch keine Bevölkerungsschicht ohne Musik bleiben.

Baxant verglich in seinem Vortrag die Gegend um den Wiener Brunnenmarkt mit dem New Yorker Stadtteil Queens. Wien sei schon seit jeher eine Einwanderungsstadt, und das spiegle sich dort wider. Es sei ein Ort, wo verschiedene Kulturen miteinander in Kontakt treten, wirtschaften und Musik machen.

Auf der vom Europäischen Musikrat veranstalteten Tagung

wurde auch die musikalische Vielfalt in der digitalen Welt diskutiert. Dabei ging es um die positiven wie negativen Effekte des Internets. Auch wenn dieses unglaubliche Möglichkeiten biete, so sei es auch für große Probleme von Komponisten und Musikern verantwortlich, so Patrick Rackow, ein Sprecher der European Composer and Songwriter Alliance. Er suchte nach Lösungen, um Musikerzeuger für ihre im Internet erhältliche Arbeit gerecht entlohnen zu können.

Am zweiten Tag wurde dann der Fokus auf Österreich gerichtet. Harald Huber und Lisa

Leitrich von der Universität für Musik und darstellende Kunst präsentierten den Zwischenbericht eines auf drei Jahre angesetzten Forschungsprojektes über musikalische Vielfalt in Österreich. Dabei ginge es nicht nur um die Bereicherung durch Immigrantenkulturen, sondern um die Gesellschaft als Ganzes, so der Vortragende Huber.

Anhand von Umfragen und

Statistiken wurde herausgearbeitet, welche Musik in Österreich produziert und konsumiert wird. Und hier tut sich eine gewaltige Diskrepanz auf: Denn während auf der Seite der Produktion eine große stilistische Vielfalt herrscht, hören die Österreicher fast ausschließlich US-amerikanischen Pop und Rock oder österreichische Schlager. Erst an dritter Stelle rangiert klassische Musik, weit abgeschlagen sind Jazz, World und Dancemusic.

Es sei in Österreich aber ein immer stärkeres Crossover-Phänomen zu beobachten. Anhand von Hör-Beispielen erläuterte Lisa Leitrich die Vermischung der Genres, vor allem zwischen zeitgenössischer und elektronischer Musik, Jazz und Worldmusic sowie auch Schlager und Popmusik.

Einen guten Überblick über den musikalischen Stand der

Dinge in Österreich geben die

beiden CD-Kompilationen "Austrian Music Box 09" und "Migrant Music Vienna".

Im Mai werden beim bevorstehenden Musikfest mehr als 200 Veranstaltungen aus verschiedenen Genres und kulturellen Bereichen in ganz Österreich angeboten werden, kündigten die Organisatoren an. Mit dabei ist neben vielen anderen auch der Musiker Wolfgang Puschnig. Für den Leiter des Instituts für Popularmusik geht es darum, die kulturelle Vielfalt trotz Globalisierung zu erhalten. Unterstützt wird das von nun an jährlich ins Leben gerufene Musikevent vom Österreichischen Musikrat, dem ORF und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.

Vielfältig werden auch die Genres beim Musikfest sein: Von finnischer Folklore über Gipsy Jazz bis zu neuen Ergüssen des Wienerlieds reicht das Programm. Auch bekannte Größen des Austropop wie Willi Resetarits sind zu hören. Und sogar Mikrotonmusik aus allen Himmelsrichtungen wird es zu erproben geben.

* http://www.musikfestdervielfalt.at

Tel: 0699 12696542 *