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Mut und Humor von Ureinwohnern

Von Christina Böck

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Landauf, landab werden Verteidigungen und Verteufelungen von Winnetou und/oder Karl May geschrieben, auch wenn der aktuelle Anlassfall von Karl May weit entfernt ist. Viele springen in die Bresche für die Native Americans. Viele davon haben wiederum kürzlich eine Nachricht, in der es um eine echte amerikanische Ureinwohnerin ging, nur als Kurzmeldung gebracht. Sacheen Littlefeather ist seit Ende der 1960er Jahre als Aktivistin für die Bürgerrechte der Native Americans in den USA tätig. 1973 entsandte Marlon Brando sie zur Oscar-Verleihung, wo sie - in traditioneller Apache-Tracht - in seinem Namen den Preis für "Der Pate" ablehnte und ein Statement gegen die jahrhundertelange Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner und die verfälschende Darstellung der Indianer in Hollywood-Filmen abgab. Littlefeather wurde ausgebuht und auf offener Bühne lächerlich gemacht. Aber sie hatte noch Glück, dass sie nicht auch noch Prügel von Western"größe" John Wayne bezog. Sechs Securitymänner sollen ihn zurückhalten haben müssen.

Heuer hat sich die Oscar-Academy bei der heute 75-Jährigen entschuldigt und ihren Mut gewürdigt. Littlefeather reagierte unnachahmlich: "Wir Indianer sind sehr geduldige Menschen. Das hat ja nur 50 Jahre gedauert! Wir brauchen unseren Sinn für Humor. Er ist unsere Überlebensstrategie." Ein Humor, der manchen zu schnell wieder zur Tagesordnung übergehen lässt.

Vielleicht wäre es mal an der Zeit, sich mehr mit den Lebensbedingungen für reale Native Americans zu beschäftigen und weniger mit fiktiven.