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Mutmaßliche Anlegerabzocke durch "Parkers Consulting"

Von Kid Möchel

Wirtschaft
FMA-Chef Kurt Pribil und seine Truppe durchleuchten dubiose Aktienangebote.
© © Herbert Pfarrhofer

Finanzmarktaufsicht ermittelt wegen Beschwerden von "potenziellen Kunden".


Wien/London. Auf dem grauen Finanzmarkt ebbt die Welle gewiefter Abzockereien nicht ab.

Vor Kurzem warnte die Wiener Finanzmarktaufsicht (FMA) vor dubiosen Anlagegeschäften, die Mitarbeiter einer hierzulande nicht konzessionierten Finanzfirma namens "Parkers Consulting" potenziellen Kunden andienen wollen. Diese "Kunden", die von den deutschsprachigen Mitarbeitern dieser Finanzfirma Anrufe erhielten, haben sich bei der FMA beschwert. Zwar sind solche unerbetenen Keileranrufe, sie werden im Fachjargon "Cold Calling" genannt, verboten, doch das kratzt die Abzockertrupps, die von irgendwelchen Hinterzimmern ("Boiler Rooms") im Ausland aus operieren, nicht. Parkers Consulting soll den Zielpersonen zumindest eine Aktie schmackhaft gemacht haben. "Es gibt dabei einen Zusammenhang mit Aktien einer Firma Alta Aerial", sagt Berthold Unterweger von der FMA. Und da läuten die Alarmglocken. Denn es besteht der Verdacht, dass die Abzocker seit dem Frühjahr 2011 die Aktie der koreanischen Alta Aerial Plc, die im "Open Market" der Frankfurter Börse notiert, gepusht haben. Dieses nicht regulierte Segment unterliegt nicht den Regeln der EU-Börsenaufsicht.

Alta Aerial hat wie Parkers Consulting seinen Sitz in London, es gibt aber keinerlei Unternehmensdaten. Fakt ist: Der Kurs war früher linear. Das Papier lag bei etwa drei Euro, Handel gab es kaum. Im Frühjahr 2011 erlebte der Kurs einen fragwürdigen Aufschwung auf 4,77 Euro pro Aktie. "Bei mir hatte sich ein Mitarbeiter Daniel König von Parkers Consulting gemeldet - wollte mir Aktien mit dem Namen Alta Aerial verkaufen - sehr dubiose telefonische Anfrage ohne genaue Anschrift", heißt es in einem Internet-Forum. Ende August begann dann der radikale Absturz dieser "merkwürdigen Aktie", deren geschäftlichen Hintergrund man nicht kennt.

In den vergangenen drei Monaten verlor das Papier 96,55 Prozent seines Wertes und grundelt derzeit bei 15 Cent.