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Nach BSE-Fall: Österreichs Exportprobleme fast vorbei

Von Georg Friesenbichler

Wirtschaft

Nach dem ersten und bisher einzigen BSE-Fall Österreichs beginnen nun die wichtigsten Importeure von österreichischem Rindfleisch ihre Märkte wieder zu öffnen. Die jüngste Reise von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nach Moskau brachte Bewegung in die Sache: Unter Beachtung einiger Bedingungen wird Russland, der bedeutendste Abnehmer von heimischen Rindern, alle Beschränkungen demnächst wieder aufheben.


Dass im Zuge des Untersuchungen zum BSE-Fall auch Manipulationen in Schlachthäusern ausgerechnet bei Exportrindern aufgedeckt wurden, hat die Sache nicht gerade leichter gemacht. Österreich musste sich daher verpflichten, nur Schlachthäusern, in denen garantiert ausschließlich österreichisches Rindfleisch verarbeitet wird, die Lieferungen in den Osten zu gewähren. Außerdem soll eine Veterinärkommission die hiesigen Verhältnisse überprüfen. Dann soll auch die Ausfuhr von Rindfleisch mit Knochen, das im Vorjahr den größten Anteil an Österreichs Fleischexport nach Russland hatte, wieder möglich sein. Für Lebendrinder und Fleisch ohne Knochen wurden die Sanktionen bereits zuvor gelockert.

Nach Russland, das 24% des heimischen Rinderexports aufnimmt, ist Rumänien mit einem 21%-Anteil der zweitwichtigste Handelspartner. Auch in diesem Fall wurde eine ähnliche Vorgangsweise bereits vereinbart, erläutert Andrä Rupprechter vom Landwirtschaftsministerium gegenüber der "Wiener Zeitung". Mit einem "BSE-Zertifikat" soll die österreichische Veterinärverwaltung garantieren, dass die geschlachteten Rinder entweder jünger als 24 Monate waren oder auf BSE getestet wurden. Der Markt von Bosnien-Herzegowina, beim Exporte an dritter Stelle, ist bereits wieder offen. Bei anderen Abnehmern unter den Beitrittskandidatenländern, wie Ungarn, Slowakei und Slowenien, hat es keine Beschränkungen gegeben. Mit Tschechien hingegen, das die Sperre noch aufrecht erhält, wird es kommende Woche neue Verhandlungen geben.