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Nach dem Mittagessen Beleg-Scannen nicht vergessen

Von Rosa Eder-Kornfeld

Wirtschaft
© Spendit AG

Neue App schafft digitale Lösung für Essenszuschüsse: Angestellte fotografieren ihre Restaurantbelege und bekommen am Monatsende dafür Geld vom Arbeitgeber zurück.


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Wien. Das Münchner Startup Spendit macht nun auch in Österreich Werbung für seine App "Lunchit". Mehrere hundert Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern bereits die elektronische Alternative zu den klassischen Essensmarken an. Und so funktioniert es: In einem beliebigen Lokal essen gehen oder Jause im Supermarkt kaufen, Beleg fotografieren und über die App beim Arbeitgeber einreichen. Bis zu 4,40 Euro pro Tag gibt es dann - steuerfrei - mit dem Gehalt am Monatsende zurück.

Alternative zu Essensgutscheinen

Nicht nur die Mitarbeiter profitieren davon, sondern auch die Gastronomen. Sie ersparen sich das Handling der Essensmarken und zahlen auch keine Gebühren. "Die Gutscheinanbieter freuen sich natürlich nicht über uns", sagt App-Erfinder Florian Gottschaller im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Er beziffert die Anzahl der Gutschein-User mit rund 600.000. Für seine App peilt er mittelfristig 150.000 User an, hauptsächlich sollen dies Neukunden sein.

Für Unternehmen geht es vor allem darum, mit steuerfreien "Zuckerln" die Motivation der Mitarbeiter zu steigern und sie an den Arbeitgeber zu binden. Die An- und Abmeldung erfolgt mit wenigen Klicks. Die Spendit AG bearbeitet die Belege und schickt den Unternehmen eine Datei für die Lohnverrechnung. Der Baukonzern Porr ist eines der ersten Unternehmen, das die mehrfach ausgezeichnete -App gerade in Österreich testet.

Das Wiener Finanzministerium hat nichts dagegen, dass österreichische Arbeitgeber Essenszuschüsse über das elektronische Lunchit-System abwickeln. In Deutschland habe es eineinhalb Jahre gedauert, bis die Freigabe da war, sagt Gottschaller. In Österreich kam der Sanctus nach wenigen Monaten.

Der Gründer, Jahrgang 1974, will nun nichts weniger als der weltweit führende Anbieter von modernen Mitarbeiter-Bonusprogrammen zu werden. Bevor er Spendit gemeinsam mit dem ehemaligen Roland-Berger-Berater Ralph Meyer gründete, war er unter anderem Chef des Gepäckverladers Autoloader und als Investmentbanker bei Bear Stearns und Morgan Stanley tätig. Als erstes Produkt launchten die beiden Unternehmer die Spendit MasterCard, einer Art Universalgutschein für steuerfreie oder steuerbegünstigte Sachzuwendungen für Mitarbeiter.