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Nach der Slowakei ist vorerst Schluss

Von Barbara Schäder

Wirtschaft

Währungsunion wächst auf 16 Staaten. | Brüssel. (ap) Die Währungsunion wächst weiter: Am Neujahrstag wird der Euro in der Slowakei eingeführt, diese ist damit das 16. Land in der Eurozone. Rund 330 Mio. Bürger werden dann mit der Gemeinschaftswährung bezahlen, die zehn Jahre alt wird: Am 1. Jänner 1999 wurde der Euro in elf Staaten als Buchgeld eingeführt. Euro-Banknoten und Münzen gab es freilich erst ab 2002.


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Vor der politischen Entscheidung zur Aufnahme der Slowakei lag die Inflationsrate bei 2,2 Prozent und damit einen Prozentpunkt unter der zulässigen Höchstgrenze von damals 3,2 Prozent. Das Haushaltsdefizit lag 2007 ebenfalls bei 2,2 Prozent und unter der Drei-Prozent-Grenze des EU-Stabilitätspakts. Mit einer Gesamtverschuldung von rund 29 Prozent ist die Slowakei im EU-weiten Vergleich geradezu vorbildlich.

Die Europäische Zentralbank warnte jedoch im Mai, dass die Inflation in der Slowakei deutlich steigen könnte. Der hohe Wechselkurs der slowakischen Krone zum Euro habe die Teuerung bisher begrenzt, weil die Slowakei vergleichsweise günstig Waren aus dem Ausland einführen konnte. Mit der Euro-Einführung werde dieser preisdämpfende Faktor aber wegfallen.

Rumänien plant für 2014

"Der Euro ist ein Symbol europäischer Identität geworden und schützt uns vor den enormen Schocks, die wir seit Sommer 2007 bewältigen müssen", betonte EU-Währungskommissar Joaquin Almunia. Der Eroberungszug des Euros scheint aber vorerst dennoch zu Ende. Nur Rumänien hat sich unter den EU-Neuzugängen mit 2014 ein klares Ziel für die Euroeinführung gesetzt.

Dafür wächst in den traditionell Euro-skeptischen Ländern Nordeuropas das Interesse an der Gemeinschaftswährung, die nun als Stabilitätsanker betrachtet wird. In Dänemark übertraf die Zahl der Befürworter in der letzten Umfrage der Zentralbank mit 44 Prozent sogar die der Euro-Gegner (38 Prozent), berichtete die dänische Zeitung "Politiken". Und auch in Schweden steigt die Zahl der Euro-Anhänger - von

einer klaren Mehrheit sind sie aber weit entfernt.