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Nach Wahlsieg beginnt Indio-Kandidat Morales "Kampf und Naturschätze"

Von WZ Online

Politik

Cochabamba. (Apa / WZ Online) Der Sozialist Evo Morales (46) hat die Präsidentenwahl in Bolivien am Sonntag klar gewonnen. Der Kokabauern-Führer erhielt Hochrechnungen von TV-Sendern zufolge rund 50 Prozent der Stimmen, sein konservativer Gegenkandidat Jorge "Tuto" Quiroga kam auf etwa 31 Prozent. Quiroga hat seine Niederlage bereits eingeräumt.


Morales kündigte tief greifende Reformen an. "Wir haben die Verantwortung, die Geschichte Boliviens zu verändern", sagte er am Abend vor seinen jubelnden Anhängern in seinem Heimatort Cochabamba in den Anden. Er werde umgehend "mit dem Kampf für unsere Naturschätze" beginnen und hoffe, dass sein Wahlsieg beispielgebend für den gesamten Kontinent sein werde, sagte der Führer der "Bewegung zum Sozialismus" (MAS). Morales will den Anbau von Kokapflanzen im Land legalisieren und die im Jahr 1996 privatisierten reichen Erdgasvorkommen verstaatlichen.

Offen war in der Nacht auf Montag allerdings noch, ob sich Morales einer Stichwahl gegen Quiroga durch das Parlament stellen muss. Diese wäre notwendig, sollte er nicht die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen. Der drittplatzierte Kandidaten Samuel Doria Medina von der liberalen MNR, der auf neun Prozent der Stimmen kam, hat aber bereits angekündigt, Morales bei einer Wahl im Parlament unterstützen zu wollen.

Morales zählt Kubas Präsidenten Castro und Venezuelas linkspopulistischen Staatschef Chavez zu seinen politischen Vorbildern und gilt als Gegner der USA. Nach seinem offenkundigen Wahlsieg fordertet Morales die USA zur Schließung ihrer Militärbasen in Lateinamerika und dem Abzug aus dem Irak auf. Bereits vor der Wahl hat sich Morales als "Albtraum" der USA bezeichnet.