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Nachdenken am Tag der Arbeit

Von Peter Bochskanl

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Was am Tag der Arbeit Einschlägiges im ORF-TV zu sehen war: Ein leicht klassenkämpferischer Bundeskanzler am Wiener Ring, sein neuer Vize mit der vagen Ankündigung eines leistungsgerechteren Steuersystems, ein bierzeltig über die am selben Tag erfolgte Öffnung des europäischen Arbeitsmarktes erregter Strache.. . und alte, aber gute Reportagen zum Thema im mittägigen "Panorama".


Wirklich packend war dann aber das leider zu spät angesetzte harte Kontrastprogramm: "Workmans Death", ein preisgekrönter Film des österreichischen Regisseurs Michael Glawogger. Er dokumentiert das harte, entbehrungsreiche und lebensgefährliche Arbeitsleben von Menschen, die nur so ihre bescheidene Existenz fristen können. Fünf Episoden zeigen ukrainische Bergarbeiter, die unter unmenschlichen Bedingungen Kohle abbauen; indonesische Arbeiter, die Schwefelbrocken aus einem rauchenden Vulkan fördern und ins Tal schleppen; die schreckliche Situation in einem nigerianischen Schlachthof; pakistanische Schweißer, die abgewrackte Frachter unter Lebensgefahr zerlegen; chinesische Stahlarbeiter bei ihrer ausgesprochen schweißtreibenden Arbeit, die sich dennoch zufrieden äußern (müssen?).

Auch der eher versöhnliche Schluss über ein in einen Freizeitpark umgewandeltes stillgelegtes Stahlwerk in Duisburg kann die Betroffenheit des Zusehers nicht mildern, sonder macht erst recht nachdenklich. Hoffentlich auch darüber, ob die Wohlstandsgesellschaften nicht doch auf Kosten auch dieser Menschen gut leben und viel zu wenig zur Bekämpfung der Armut in der Welt beitragen.