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"Nachhaltigkeit darf in der Krise kein Luxusgut sein"

Von Claudia Peintner

Wirtschaft
Energiepolitik "leider kein Koalitionsthema".Foto: bb

Einkaufsmesse: Geschäftserfolg und Nachhaltigkeit sollen kein Gegensatz sein. | Wien. Welche Verantwortung tragen Verwaltung und Wirtschaft für die nachhaltige Entwicklung unseres Landes? Über diese Frage diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft am Dienstag im Rahmen der Einkaufsmesse für die öffentliche Verwaltung, organisiert von der Bundesbeschaffungsgesellschaft.


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Die Diskutanten appellierten unisono, dass das Thema Nachhaltigkeit in Krisenzeiten nicht an Bedeutung verlieren dürfe. "Nachhaltigkeit ist kein Luxusgut, auf das man in mageren Zeiten verzichten kann", verkündeten die Podiumsgäste und berichteten über ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Werner Wutscher, Vorstand der Rewe Group Austria, setzt auf nachhaltigen Transport. Der Handelskonzern liefert seine Ware nach Tirol, Vorarlberg und Salzburg künftig auf der Schiene statt mit dem Lkw. Allerdings gibt Wutscher zu bedenken, dass "Green Logistics", also der umweltfreundliche Transport, in Zeiten hoher Sprit- und Energiekosten sowie durch Hemmnisse seitens der Politik wie beim Infrastrukturausbau, nicht leicht zu bewerkstelligen sei.

Wenn beim Energieverbrauch gespart wird, dann wirkt sich das negativ auf das Geschäft des Stromkonzerns Verbund aus. Nichtsdestoweniger setzt Neo-Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber in Zukunft darauf, "klimaschonend Energie zu produzieren". Er geht davon aus, dass sich der Weltenergiebedarf bis 2030 verdoppeln wird. Um die Quote erneuerbarer Energie zu erhöhen, brauche es Investitionen in intelligente Systeme und entsprechende Rahmenbedingungen der Politik.

Investitionen in Bildung

"Die EU wird Österreich in puncto erneuerbare Energie bald die Rute ins Fenster stellen", warnt diesbezüglich Gerhard Heiligenbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. Es sei tragisch, dass die Energiepolitik bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen kaum ein Thema sei.

Wenn Ingela Bruner, Rektorin der Universität für Bodenkultur, von Nachhaltigkeit spricht, dann bezieht sie neben ökologischen und ökonomischen auch soziale Komponenten mit ein. Gerade in Krisenzeiten wirken Investitionen in Bildung nachhaltig. "Die Menschen sollen lieber auf der Universität, als auf der Straße sitzen", betont Bruner.