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Nächste Runde im Streit um Salzburger 380-kV-Leitung

Von Herbert Hutar

Politik

"Kabelkämpfer" erhalten Hilfe von der Grünen Astrid Rössler.


Salzburg/Wien. Sie sind rund 6000, sie lassen sich gerne "Kabelkämpfer" nennen, sie bilden die Interessengemeinschaft Erdkabel, und sie sind entschiedene Gegner der neu geplanten 380-kV-Hochspannungsleitung durch Salzburg. Die ist als Freileitung geplant, die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist im Anfangsstadium. Die "Kabelkämpfer" haben ihre Einwendungen deponiert, und sie hoffen, dass eine neue Landesregierung mit grüner Beteiligung das Projekt kippt. Es geht um befürchtete Gesundheitsschäden und Naturschutz, aber auch um Angst vor Wertverlust von Grundstücken, doch das wird weniger laut gesagt.

Die Leitung soll von Kaprun über St. Johann im Pongau nach Norden, knapp östlich an der Stadt Salzburg vorbei, bis zum Umspannwerk Salzburg im Norden der Stadt bei Elixhausen führen. Dort trifft sie mit der bestehenden Leitung nach Oberösterreich zusammen. Dazu kommen 6,7 Kilometer Erdkabel für eine geringere Spannung. Auch soll die regionale Versorgung besser werden, weil Leitungen der Salzburger Landesgesellschaft mitgeführt werden. Alte Leitungen werden demontiert, es wären um 65 Kilometer weniger Freileitung im Land als jetzt.

"Ein technisches und finanzielles Abenteuer"

Die "Kabelkämpfer" aber wollen das Erdkabel. "Ein technisches und finanzielles Abenteuer", meinen Fachleute aus der E-Wirtschaft. Die Kosten lägen rund fünfmal so hoch, die Kabel müssten aufwendig gekühlt werden, der Betrieb wäre riskant, weil die Leitungen bei einem Schaden nur schwer zugänglich wären. "Man soll nicht glauben, dass das einfach eine Künette wäre, die zugeschüttet wird, und fertig", so der Einwand. Eine Kabeltrasse wäre zwischen 15 und 25 Meter breit, also wie eine Richtungsfahrbahn einer Autobahn. Und trotz aller Kühlung: Der Boden würde aufgeheizt, die Vegetation verändert. Hochspannungs-Erdkabel gelten nur in der Stadt als sinnvoll.

Das alles ficht die "Kabelkämpfer" und ihre politische Schutzpatronin, die grüne Landtagsabgeordnete Astrid Rössler, nicht an. Sie hat vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen einer Regionalzeitung erklärt: "Als Umweltlandesrätin werde ich - auf rechtlich absolut korrekte Art und Weise - einen negativen UVP-Bescheid zum eingereichten Freileitungsprojekt veranlassen."