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Nachtarbeiter brauchen Schutz

Von Veronika Gasser

Politik

Mit Jahresende fällt das Verbot der Frauennachtarbeit. Schuld ist eine EU-Richtlinie, die geschlechtsneutrale Vorgaben erzwingt. Doch trotz Nachtarbeitsverbot waren dieses Jahr 100.000 Frauen und 337.000 Männer in der Nacht beschäftigt - Spezialvereinbarungen in den Kollektivverträgen machte es auch für Frauen möglich. Mit dem Fall des Verbotes seien nun generelle Schutzregelungen gefordert, betonen AK und ÖGB, denn gerade die Arbeit in der Nacht bringt eine Menge nachteiliger Erscheinungen mit sich. Zwar werde Nachtarbeit wegen der Zuschläge in Kauf genommen, doch Gesundheit und die sozialen Kontakte leiden eminent. An Weiterbildung ist nicht mehr zu denken. "Mit 40 Jahren sind viele Nachtarbeiter kaputt," berichtet ÖGB-Frauensekretärin Sylvia Ledwinka aus der Praxis. AK und ÖGB haben gemeinsam ein Schutz-Paket ausgearbeitet, weil ihrer Meinung nach die EU-Regelung nicht ausreichend ist: Nachtarbeit darf nicht "Normalität" werden. Es muss laufende medizinische Untersuchungen geben und bei Problemen und bei Bedarf dürfe einem Wechsel zur Tagschicht nichts im Weg stehen.