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Nahost-Krise ließ Kurse purzeln

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Die Rahmenbedingungen für den österreichischen Aktienmarkt waren in der zweiten Oktoberwoche denkbar ungünstig. Die sehr labilen internationalen Börsen sorgten ohnehin schon für viel Unsicherheit, in der Berichtswoche hat schließlich der Nahost-Konflikt mit seinen wirtschaftlichen Folgewirkungen alle Hoffnungen auf ein besseres Börsenklima zerstört.


Die Finanzplätze rund um den Globus wurden schwer erschüttert. Der Frieden im Nahen Osten ist in weite Ferne gerückt, die Angst vor einem Krieg ließ den Ölpreis in die Höhe schnellen. Dies wiederum stellt das prognostizierte Wachstum in den Industrieländern in Frage, was in der Folge die erhofften Gewinnsteigerungen vieler Firmen und Branchen gefährdet. Die Aktienmärkte haben jedenfalls auf die Kampfhandlungen zwischen den Palästinensern und den Israelis mit starken Kursverlusten reagiert und auch Wien konnte sich dem erneuten Abwärtstrend nicht entziehen. Die Kursrückgänge am österreichischen Aktienmarkt wurden von einer Reihe von Blue Chips angeführt, die Schwäche hat aber den gesamten Markt erfaßt. War der Wiener Leitindex ATX schon bis Donnerstag um rund 4% abgesackt, hat er infolge der sich verschärfenden Nahost-Krise am Freitag dem Dreizehnten nochmals kräftig verloren. Der Wiener Leitindex ATX sackte zum Wochenschluß sogar unter die 1.100er-Marke ab und schloß mit 1.096,30 Punkten. Gegenüber der Woche davor bedeutet dies einen Rückgang um 5,5%. Der den Gesamtmarkt umfassende WBI sank um 4,3% auf 465,09 Zähler. Damit lag die Wiener Börse etwa im Durchschnitt der Euroland-Börsen, denn der Dow Jones Euro Stoxx schwächte sich im Wochenabstand um 4,7% ab.

Im A-Market der Wiener Börse sind bis auf die um 2,2% gestiegenen Semperit und die unverändert gebliebenen Generali Vienna alle Aktien zurückgegangen. Massiv verloren haben CyberTron (-27%), BETandWIN.com (-16,3%), Meyr-Melnhof (-13,7%), Libro (-9,7%), Brau-Union (-8,8%) und VA Tech (-8,6%). Weitere sechs Werte verloren 5 bis 8%.

Im B-Segment stürzten vor allem Rosenbauer (-9,8%), Do & Co (-7,6%), UIAG (-7,3%), JoWooD (-6,5%), Bau Holding (-6%) und BBAG (-5%) ab. Überraschend gut entwickelten sich Jenbacher mit einem Kursanstieg um 6,4%. Zu den wenigen Gewinnern im Fließhandel zählten auch AvW Invest Stamm und Porr Vorzug.

Die im C-Markt notierten kleineren Werte haben die allgemein schwierige Lage größtenteils recht gut überstanden. Immerhin konnten sich sieben Aktien um mehr als 5% verbessern. Angeführt wurden die Kursgewinner von Schlumberger Vorzug (+11,6%), HTA Beteiligungs-Invest (+8,7%) sowie Kapital und Wert (+7,7%). Sehr fest präsentierten sich weiters General Partners, die Hild Kapitalanteilscheine, Frauenthal und Darbo. Massive Kurseinbrüche erlitten dagegen Teerag-Asdag (-25%), IFE (-20%) und Manner (-15,4%). Weitere fünf Werte verloren mehr als 5%.

Bei den an den ausländischen Wachstumsmärkten notierten österreichischen Aktien sind update.com, Beko und YLine mit Verlusten von 20% und mehr schwer unter die Räder gekommen. Kräftige Einbußen erlitten insbesondere auch Sanochemia und Fabasoft.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse.