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Nastase inszeniert sich als Justizopfer

Von WZ-Korrespondentin Lilo Millitz-Stoica

Europaarchiv

Kritik übt Rumäniens Ex-Premier auch an den Haftbedingungen.


Bukarest. Rumäniens prominentester Knastbruder, Ex-Premier Adrian Nastase, ist nach seinem fingierten Selbstmordversuch offensichtlich wieder quietschfidel. Neuerdings meldet sich der wegen illegaler Parteienfinanzierung zu zwei Jahren Freiheitsentzug Verurteilte per Blog aus der Bukarester Haftanstalt Jilava zu Wort und ist dabei emsig bemüht, sich als Opfer politischer Justiz zu inszenieren.

Er könne nicht umhin sich zu fragen, wem seine "emblematische Haft" diene - besonders angesichts des "politischen Chaos" im Land. Doch gelte für ihn Nietzsches Aphorismus "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker", hieß es vor wenigen Tagen in seinem Blog. Tags darauf folgte ein weiteres Lamento, diesmal über seine Knastbedingungen: grobschlächtige Insassen, Warmwasser nur zweimal pro Woche, fette Ratten am Gefängnishof und ein eintöniges Menü bestehend aus "Kraut und Kartoffeln".

Die rumänische Blogosphäre quittierte Nastases burleskes Comeback größtenteils unwirsch: "Den hat man nicht einmal im Knast los", lautet der Tenor. Die Einträge tätigt vermutlich die Familie für Nastase - er soll in der Haft weder Internet- noch Zugang zu Laptop oder Handy haben.