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Netflix lüftet sein Geheimnis

Von Christina Böck

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Es gibt sie noch, die großen Mysterien dieser Welt. Warum fällt das Brot immer auf die Marmeladeseite? Warum ist die andere Kassenschlange immer schneller? Gibt es Außerirdische? Und: Wie sind eigentlich die Zuschauerzahlen von Netflix?

Zumindest Letzterem wurde diese Woche ein wenig die Geheimnisumwitterung genommen. Bei einer Konferenz in Los Angeles gab Netflix-Co-Chef Ted Sarandos einen seltenen Einblick in die Zugriffszahlen des Streamingdienstes. Er präsentierte Rankings nach zwei Kriterien: Die Filme und Serien, die die meisten Haushalte mindestens zwei Minuten lang angesehen haben, und die Filme und Serien, die die Seher die meiste Zeit gefangen hielten. Beide Listen führt die schwüle Historienserie "Bridgerton" an. Sie ist also der größte Erfolg, den Netflix bisher verbuchen konnte. Schon an den wenigen Informationen lässt sich manch Interessantes herauslesen: Manche Serien können ihren Hype nicht in Bares, also Sehminuten umsetzen, etwa die Schachserie "The Queens Gambit" oder die bizarre Tiernarren-Doku "Tiger King". Deutlich zu sehen ist wiederum, wie sich die Gier nach neuen Folgen nach jeder Staffel von "Haus des Geldes" potenziert hat. Die vierte Staffel der spanischen Serie kratzt am Olymp von "Bridgerton". Gar nicht in der Liste taucht die deutsche Ausnahmeserie "Dark" auf. Trotzdem wurde sie nicht vor der Zeit eingestellt. Immerhin ein Zeichen in die Richtung, dass Netflix bei der Programmgestaltung nicht nur nach der Quote geht.