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Neue Direktion, bitte kommen

Von Christoph Irrgeher

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Über Museumsskandale kann man auch schmunzeln. Siehe dazu das neue Online-Forum für den zurückgetretenen MAK-Direktor: Auf www.propeternoever.at machen sich alte Freunde und/oder Zeigefinger-Schwinger für jenen Mann stark, der für seine Mutter etliche Feste auf Museumskosten veranstaltet hat. Textprobe: "Peter Noever - eine Urgewalt wider die Provinzialität, kaltgestellt vom Kleingeist." Heißt also: Kampf den gesetzestreuen Spießern - die nicht verstehen, dass Geistesgröße auch mit Großzügigkeit (für wen auch immer) einhergeht.


Weniger heiter: Dass das MAK nach Noevers Abgang nicht zur Ruhe kommt. Elf wichtige Mitarbeiter misstrauen dem interimistischen Leitungsteam. Weil das schon unter Noever federführend tätig war, zweifelt man an einer objektiven Aufarbeitung der Causa (derzeit läuft eine vertiefende Prüfung der Bücher). Wie es heißt, soll Noever noch einen Generalschlüssel haben. Und Computerpasswörter.

Trifft dies zu, stellt sich die Frage: Wem gehört ein Bundesmuseum? Nur dem Staat - oder auch ein wenig dem Ex-Chef, wenn er (wie 25-Jahr-Direktor Noever) nur lang genug da war? Ministerin Claudia Schmied, die gerne von "Public Governance" spricht, steht selbstredend für Ersteres ein. Bleibt nur zu hoffen, dass dem Schlagwort in der derzeit heiklen Lage klare Anordnungen in Richtung MAK folgen. Und dass das Haus bald eine neue Leitung erhält. Aus Noever-freier Ferne.