Zum Hauptinhalt springen

Neue Gewalt in Jerusalem

Von Ines Scholz

Politik

Wien /Jerusalem - Grünen-Chef Alexander Van der Bellen beginnt heute einen fünftägigen Israel-Besuch. In Jerusalem hat indes ein neues Attentat den von Ministerpräsident Sharon angekündigten Rückzug aus weiteren Palästinensergebieten in Frage gestellt.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 22 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Der Grünen-Chef will seine erste Israel-Reise vor allem als Beitrag zur Verbesserung der Beziehungen Österreichs zu Israel verstanden wissen. Beim geplanten Treffen mit Außenminister Shimon Peres am Freitag werde er sich auch für eine Rückkehr des Botschafters nach Österreich einsetzen, wie Van der Bellen in einem Pressegespräch in der israelischen Botschaft in Wien erläuterte. Dass die Abberufung im Vorjahr in Österreich "kommentarlos hingenommen" wurde, sieht Van der Bellen als "Symptom für die kränkelnden Beziehungen" der Länder.

Nicht "anmaßen" will sich der Grünen-Chef eine Vermittlerrolle im Nahost-Konflikt. Dieser werde wohl bei den verschiedenen politischen Begegnungen zur Sprache kommen, "wir sind aber nicht größenwahnsinnig, zu glauben, dass, wenn wir zurückkommen, der Friedensvertrag unterzeichnet wird". Zum Besuchsprogramm zählen neben Gesprächen mit Mitgliedern der Friedensbewegung "Peace Now" und einer Kranzniederlegung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auch ein Besuch in den Palästinensergebieten.

Zwei Tote

Am Sonntag hat ein neues Attentat den von Israel zuvor angekündigten Rückzug aus weiteren Autonomiegebieten in Frage gestellt. Zunächst war geplant gewesen, dass die Armee noch am Sonntag aus der Stadt Kalkilia abzieht, falls der Waffenstillstand seitens der Palästinenser eingehalten wird. Zu Mittag schoss dann ein Unbekannter in Jeruslem auf einen Linienbus und ermordete zwei Menschen. Dutzende Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Zu der Tat bekannten sich die Gruppen "Hamas" wie auch "Islami Jihad".