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Neue Köpfe auf alten Beinen reichen nicht

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Ein Uefa-Chef, der sich "durch den Dreck gezogen" fühlt, weil viele seine Darstellung, man mache einen völlig sauberen Zweimillionen-Franken-Vertrag einfach so per Handschlag ohne schriftliche Unterlagen aus, nicht glauben; ein DFB, der eine Verschwörung ortet, weil eine 6,7-Millionen-Euro-Zahlung an die Fifa, die laut eigenen Angaben möglicherweise zweckwidrig verwendet wurde, zumindest hinterfragt wird; ein südafrikanischer Verband, von dem über ein Fifa-Konto zehn Millionen Dollar auf Übersee-Konten geflossen sind; ganz zu schweigen von den anhaltenden Korruptionsvorwürfen rund um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar und Ermittlungen gegen hochrangige Funktionäre, darunter auch Fifa-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini: Auf dem sportpolitischen Rasen des Weltfußballs türmt sich derzeit ein Scherbenhaufen, an dem sich so gut wie jeder schneidet. Freilich müssen die Vorwürfe aufgeklärt werden, soweit dies irgendwie noch möglich ist. Und insofern ist es auch nur allzu verständlich, wenn diese Themen Kern der kommenden Sitzungen der Uefa und der Fifa sein werden. Doch wenn mögliche sportpolitische sowie strafrechtliche Konsequenzen die einzigen Folgen bleiben, werden der Fußball und seine Repräsentanten ein weiteres Mal versagt haben. Mindestens ebenso wichtig sind konsequente Reformen. Die Arbeit an solchen wird schwierig genug sein, sie darf durch die aktuellen Skandale nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Die Fifa muss sich auf völlig neue Beine stellen - sonst ist sie auch in Zukunft dazu verdammt, auf den alten weiterzuhumpeln. Neue Köpfe alleine reichen nicht.