Zum Hauptinhalt springen

Neue Märkte fürs Leasing unter dem Giebelkreuz

Von Stefan Melichar aus Finnland

Wirtschaft
RL-Geschäftsführer Engert schmiedet Großprojekte.Foto: mel

Raiffeisen: Finnland-Tochter als Sprungbrett in die Nachbarregionen. | Einstieg in Türkei und Spanien im Auge. | Helsinki. Der Expansionshunger von Raiffeisen-Leasing (RL) scheint alles andere als gestillt. Gerade erst haben die Giebelkreuzer begonnen, sich mit einer Niederlassung in Finnland ihren zweiundzwanzigsten Markt zu erschließen, schon werden weitere Regionen ins Visier genommen. Die Ambitionen reichen dabei vom hohen Norden bis in den sonnigen Süden Europas.


"Wir sind gerade zur richtigen Zeit auf den nordischen Markt gekommen", erklärt RL-Geschäftsführer Peter Engert. Dort würden sich erst seit kurzem Finanzierungsmodelle, bei denen die öffentliche Hand mit privaten Unternehmen kooperiert (Public-Private-Partnership, PPP), durchzusetzen beginnen. Raiffeisen-Leasing könne hier jede Menge Erfahrungen vorweisen, so Engert, und sei deshalb ein gefragter Partner - etwa bei Immobilien-Projekten einzelner Kommunen.

Die 2006 gegründete schwedische Tochtergesellschaft RL-Nordic konnte im Vorjahr ein Projektvolumen von 170 Mio. Euro erzielen. Von Stockholm aus betreut sie neben den Märkten Norwegen und Dänemark nun auch die 2007 aus der Taufe gehobenen Niederlassung in Finnland. Dort soll einerseits die beschriebene "Nischenpolitik" beim Immobilien-Leasing fortgesetzt und andererseits der Blick über den lokalen Markt hinaus gerichtet werden.

Gute Kontakte

Finnland habe traditionell sehr gut Kontakte zur Region um das russische St. Petersburg und um die estnische Hauptstadt Tallinn, meint RL-Nordic-Chef Ronald Lausch. Man werde versuchen, finnische Unternehmen bei ihrer Expansion zu begleiten. Diesbezüglich sei man etwa bereits mit den großen Einzelhandelsketten des Landes im Gespräch.

Über eine ganz andere Schiene will Raiffeisen-Leasing in Spanien und in der Türkei ins Geschäft kommen: "Mögliche Expansionsschritte" würden sich hier durch die Finanzierung von Alternativenergie-Projekten ergeben, erklärt Engert. Für das Frühjahr 2009 ist etwa die Gründung einer Türkei-Niederlassung geplant. In Spanien werden noch konkrete Projekte sondiert - dabei von besonderem Interesse: der Boom bei der Solarenergie.