Zum Hauptinhalt springen

Neue Supermarktkette T-Preis startet

Von Sophia Freynschlag

Wirtschaft
Noch prangt das Magnet-Logo am Markt in der Nordwestbahnstraße, der am Freitag als T-Preis eröffnet.Foto: Stanislav Jenis

T-Preis legt Fokus auf Senioren. | Unter der Marke Magnet firmiert nur noch ein Markt. | Wien. Nach dem Aus an den letzten vier verbliebenen Standorten der einst weit verbreiteten Magnet-Märkte Ende 2010 taucht überraschend ein neuer Mitbewerber am Lebensmittelsektor auf: Die Supermarktkette T-Preis eröffnet mit vollem Sortiment am Freitag in der Nordwestbahnstraße im 20. Wiener Bezirk ihre erste Filiale. Am Standort prangt derzeit noch das Magnet-Logo.


In den kommenden Monaten folgen Märkte in Schwechat, Oberpullendorf, im Waldviertel und in Amstetten. Die Märkte verfügen über 1100 bis 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche und sind etwas kleiner als etwa Interspar-Filialen. Für den Start des ersten T-Preises wurde der Markt in der Nordwestbahnstraße modernisiert und umgebaut.

"Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 15 Standorte vom Waldviertel bis zur Südsteiermark entstehen", gibt T-Preis-Chef Christian Thurner das Ziel vor. Der 51-Jährige ist seit 24 Jahren in der Lebensmittelbranche tätig, unter anderem bei Maresi und Vivatis. Neben T-Preis (das übrigens nicht mit dem Tiroler Händler M-Preis zusammenhängt) setzt Thurner weiterhin auf den Lebensmittel-Großhandel als zweites Standbein.

Kostenlose Taxifahrt zum Supermarkt

Hauptzielgruppe des neuen Händlers mit Sitz in Wien sind Senioren: So will T-Preis etwa Älteren eine kostenlose Taxifahrt einmal pro Woche in den Markt spendieren. Auf Wunsch trage der Taxifahrer die getätigten Einkäufe auch ins Haus. "Senioren wurden bisher als Zielgruppe stiefmütterlich behandelt, dort liegt aber noch großes Potenzial", sagt Thurner. Die meisten der 32 Beschäftigten in der ersten T-Preis-Filiale sind mit 35 bis 58 Jahren eher älter und wurden teilweise vom vorherigen Magnet-Markt übernommen. Fokus lege man auf Kundenbetreuung und -beratung: "Wir sind kein reiner Selbstbedienungs-Markt", so Thurner.

Schwerpunkte im Sortiment liegen auf Frischeprodukten wie Obst und Gemüse, Molkereiprodukten und Fleisch sowie auf einer großen Auswahl an Spirituosen und Getränken.

Markus Jandl, Handelsexperte beim Wirtschaftsprüfer und Berater Ernst & Young, räumt dem Supermarktformat gute Chancen ein, "wenn es sich von den großen Handelsketten abhebt". Die Ausrichtung müsse konsequent umgesetzt werden - etwa mit größeren Preisschildern und breiteren Gängen für Kunden mit Gehhilfen. "Innovative Konzepte sorgen für mehr Wettbewerb und eine Belebung der Branche."

Vorerst nutzt T-Preis noch die Marke Magnet über einen Kooperationsvertrag mit Peter Löcker. Der ehemalige Spar-Kaufmann übernahm die Marke im Herbst 2009 von der deutschen Tengelmann-Gruppe. Bis Jahresende werde aber "alles umgekrempelt" und die Marke Magnet aus den T-Preis-Märkten verschwinden, so Thurner. Damit soll eine Verwechslung mit dem einzigen Magnet, der an einem ehemaligen Billa-Standort in der Davidgasse im 10. Wiener Bezirk eröffnet hat, vermieden werden.

Hat Ethnokonzept von Magnet eine Chance?

Der Standort wird von Löcker betrieben, der vier Magnet-Märkte von Adeg übernommen hatte, weil Adeg diese aus Wettbewerbsgründen nach der Übernahme durch Rewe abgeben musste. Die Magnet-Märkte wurden Ende 2010 geschlossen, weil sich Löcker mit dem Eigentümer nicht auf einen Mietvertrag einigen konnte. Eigentümer bzw. langfristiger Mieter der Liegenschaften ist die Immobiliengesellschaft Tengam. Diese hat die Gebäude an Adeg vermietet, die sie wiederum untervermietet.

Löcker glaubt weiter an seinen "neuen Supermarkt-Typ" mit einer großen Auswahl an "Ethno-Lebensmitteln". Bis Jahresende nehme man sich Zeit - "wenn die Umsätze passen, werden wir expandieren". Mit einem Markt allein wird das Magnet-Konzept laut Jandl aber nicht aufgehen: "Migranten kaufen auf dem Markt oder beim Händler ihres Vertrauens ein."