Zum Hauptinhalt springen

Neue Zuversicht am Wiener Markt

Von Werner M. Szabó

Wirtschaft

Am Wiener Aktienmarkt ist in der ersten Novemberwoche neue Zuversicht eingekehrt. Wesentlich dazu beigetragen haben die Paketverkäufe bei Telekom Austria und Wienerberger, die wie Befreiungsschläge gewirkt haben. Erfreulich war auch, dass sich die heimische Börse von der neuerlichen Schwäche der internationalen Märkte in den letzten Tagen nicht anstecken ließ. Wien entwickelte wieder mehr Eigenleben, was dem Markt sichtlich gut getan hat.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 21 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Der teilweise Rückzug der Telecom Italia von Telekom Austria - wie berichtet wurde ein Aktienpaket von 75 Millionen Stück an österreichische und internationale Investoren verkauft - hat der Aktie sehr gut getan, die bei äußerst lebhaftem Handel einen deutliche Kursgewinn erzielen konnte. Wienerberger profitierte vom Teilrückzug der belgischen Koramic-Gruppe nur wenig. Der heimische Baustoff-Konzern befindet damit jedenfalls mehrheitlich im Streubesitz.

Ganz wichtig für den Aktienmarkt war auch das Anlaufen der Berichtssaison für das dritte Quartal. Eröffnet wurden der Reigen von Verbund, Andritz, Jenbacher und Lenzing. Die vorgelegten Zahlen waren durchwegs im erwarteten Rahmen. Eine negative Überraschung lieferte hingegen am Freitag der Computer Game Publisher JoWooD mit einer Umsatz- und Ergebniswarnung. Mit großer Spannung wird die zweite Novemberwoche erwartet, in der die Berichtssaison mit mehreren ATX-Werten so richtig auf Touren kommt.

Der ATX testete in der Berichtswoche mehrmals die Marke von 1.100 Punkten, konnte diese aber nicht überspringen. Er beendet die Woche mit 1.092,14 Zählern um 0,86% über dem Vorwochenschluß. Der ATX Prime, der zur Zeit 39 Titel umfaßt, erhöhte sich sogar um 1,33% auf 572,90 Punkte, während der den Gesamtmarkt repräsentierende WBI um 0,78% auf 456,13 Zähler gestiegen ist. Dank der positiven Kursentwicklung von Telekom Austria, Semperit und Jenbacher konnte der wachstums- und technologieorientierte ViDX um 1,65% auf 589,43 Punkte zulegen.

Besonders auffällig waren in der ersten Novemberwoche die hohen Umsätze, die mit einem Tagesdurchschnitt von 87 Mio. Euro den Jahresdurchschnitt von 50 Mio. Euro merklich übertroffen haben. Die Stückumsätze lagen mit 4,1 Millionen in Einzelzählung weit über dem Jahresdurchschnitt von 1,13 Millionen. Der Grund dafür war der extrem hohe Umsatz in Telekom Austria, der mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausgemacht hat.

Im prime market avancierte der größte heimische Getränkekonzern BBAG mit einem Plus von 12,8% zum Sieger der Woche. Telekom Austria profitierte vom Teilrückzug der Telecom Italia und zog um 8,4% an. Sehr fest präsentierten sich auch Head (+7,9%), Semperit (+5,5%), Wolford (+4,6%), Jenbacher (+4,5%), Brau-Union (+3,7%) und Generali Holding Vienna (+3,2%). Einen Kurseinbruch von 26,6% auf ein neues Tief von 3,25 Euro mußte JoWooD infolge der Umsatz- und Gewinnwarnung hinnehmen. Starke Kursrückgänge gab es auch für CLC (-11,4%) sowie die ATX-Titel AUA (-5,9%), Palfinger (-5,6%), OMV (-4,5%) und VA Tech (-3,7%). Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen notierten werten gab es mit Lenzing (+1,1%) und der Bauholding Strabag (+1%) nur geringe Kurserhöhungen. Euromarketing sanken hingegen um 2,9% und markierten damit ein neues Jahrestief.

Werner Michael Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundboerse".