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Neuer Chef für Vatikanbank noch vor Papstrücktritt

Von Rainer Mayerhofer

Politik

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Rom. Noch vor dem Rücktritt des derzeitigen Papstes am 28. Februar soll die seit acht Monaten vakante Stelle des Chefs der Vatikanbank IOR neu besetzt werden, bestätigte der Sprecher des Papstes, Federico Lombardi am Donnerstag entsprechende Spekulationen in der italienischen Presse.

Die Vatikan-Bank war seit dem Misstrauensantrag gegen Ettore Gotti Tedeschi am 24. Mai 2012 interimistisch von dem deutschen Banker Ronald Hermann Schmitz geführt worden. Damals hieß es, der IOR-Chef sei einer Verschwörung zum Opfer gefallen, an der das Staatssekretariat des Vatikans beteiligt gewesen sei.

Die Neubestellung dürfte die letzte bedeutende Personalentscheidung des scheidenden Papstes sein, auch wenn Benedikt XVI. sie nicht selbst trifft, sondern eine Kardinalskommission unter dem Vorsitz von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, die am 26. Februar zusammentritt. In dieser Sitzung sollen auch zwei Mitglieder der Kommission ersetzt werden - die Kardinäle Jean-Louis Tauran und Attilio Nicora, die seinerzeit mit der Absetzung von IOR-Chef Gotti Tedeschi nicht einverstanden waren.

Die für die IOR-Führung in Frage kommenden Kandidaten sind in den letzten Tagen von der Kardinalskommission angehört worden und man habe auch ihre beruflichen Hintergründe geprüft, hieß es in Vatikankreisen.

Wer neuer IOR-Chef wird, ist noch nicht durchgesickert, doch wird spekuliert, dass es ein Banker aus Norditalien oder ein Schweizer sein könnte. Auch Antonio Fazio, Ex-Chef der Banca d’Italia und der Ex-Präsident der Deutschen Bundesbank, Hans Tietmeyer, wurden genannt.