Zum Hauptinhalt springen

Neuer Gasfund im Weinviertel

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

1,5 Mrd. Kubikmeter Gas bei Ebenthal in 3.400 Meter Tiefe. | Wichtigstes Gasprojekt ist Nabucco. | Wien. Bei einer Bohrung bei Ebenthal an der slowakischen Grenze - geologisch zählt das Gebiet zum Wiener Becken - wurde der heimische Ölriese OMV jetzt abermals fündig: Man stieß auf ein Reservoir von 1,5 Mrd. m³ Gas - ein Fünftel eines heimischen Jahresverbrauchs.


Schon im Frühjahr erfreute in der Nähe, bei Strasshof, ein noch größerer Fund das Bohrteam, dort fand man rund 4 Mrd. m³ Gas. Gemeinsam mit der neuen Entdeckung zeichnet sich für das OMV-Explorationsteam ein Rekordjahr ab: Acht Bohrungen, alle acht ein Treffer. "Der neue Erfolg hilft mit, das Ziel zu erreichen, die heimische Öl- und Gasproduktion bis 2010 um 25 Prozent zu erhöhen," erklärte Helmut Langanger, OMV-Produktionsvorstand.

Gas aus dem Iran

Das wichtigste Gasprojekt der OMV ist die Nabucco-Pipeline. Über die 3300 Kilometer lange Leitung sollen pro Jahr 25 Mrd. m³ Gas aus dem Iran über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich transportiert werden. Das iranische Gasfeld wird auf 33.500 Mrd. m³ geschätzt. Nabucco ist von enormer strategischer Bedeutung für die OMV, weil die Gasplattform Baumgarten an Bedeutung gewinnt und zur wichtigsten mitteleuropäischen Drehscheibe wird. Vor geraumer Zeit sind die fünf Landesgasgesellschaften gegründet worden. Mit der Türkei zeichnen sich jedoch immer wieder Schwierigkeiten ab. Die Türken sind aufgrund der EU-Beitrittsblockaden ein wenig verärgert und versuchen dadurch in den Verhandlungen mehr für sich herauszuschlagen. Derzeit liegt die OMV im Plan, doch wegen der Größe und Komplexität des Unterfangens sind auch Verzögerungen nicht auszuschließen. Die Kosten für die Pipeline werden mit 4,6 Mrd. Euro beziffert. Die EU wird voraussichtlich mitfinanzieren. Wichtig ist den OMV-Verantwortlichen, dass die importierten Gasmengen nicht dem Regime des heimischen Energie-Regulators unterworfen sind - dann würde sich die enorme Investition nicht rechnen.

E.ON steigt bei MOL ein

Wenig Freude herrscht bei der OMV darüber, dass der deutsche Energieriese E.ON - mit Auflagen - beim ungarischen Konkurrenten MOL ins Gasgeschäft einsteigen darf, wie die EU-Wettbewerbshüter am Mittwoch entschieden. Denn die OMV ist mit 10 Prozent an der MOL beteiligt.