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Neuer Schlag von der TA

Von Konstanze Walther

Wirtschaft

Im April kommt neues Kombi-Paket. | Fischer zu EU: "Reding hat in anderen Ländern mehr zu tun." | Wien. Die streitbaren Protagonisten des Telekom-Markts nehmen in dem sonst eher friedfertig scheinenden Österreich eine Sonderstellung ein. Und ein Aufbrechen der Fronten ist noch lange nicht absehbar. Im Gegenteil: Die Telekom Austria (TA) geht am 11. April wieder zum Angriff über - und bietet erneut ein Kombipaket an, wo sie mit Internet, Festnetz- und Mobiltelefonie aus einer Hand zu Billigstpreisen neue Kunden akquirieren will.


Bei ihrer letzten derartigen Aktion im Herbst schritt sogar nachträglich die Regulierungsbehörde RTR ein und zwang die TA, mit den Preisen (wenigstens für Bestandskunden) hinauf zu gehen. Auch die Wettbewerbsbehörde überlegte, ein Verfahren zu eröffnen.

Abseits von diesen juristischen Spitzfindigkeiten holte sich die TA allerdings durch diese Aktion 170.000 Kunden. Der Andrang war so groß, dass dem Marktführer zeitweise die Geräte ausgingen.

Wie genau das neue Kombipaket beschaffen sein wird (das vorangegangene kostete 19,90, dann 25,90 Euro im Monat), verrät die TA noch nicht. Konzernsprecher Martin Bredl konnte aber im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" nicht ausschließen, dass die RTR auch diesmal einschreitet.

"Natürlich freut es ein Unternehmen, wenn es Marktanteile dazugewinnt", erklärt TA-Festnetzvorstand Rudolf Fischer bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, der von einem "intensiven Wettbewerb" spricht. Und: "Mein Interesse ist es sicher nicht, die alternativen Betreiber durchzufüttern." Auf derselben Veranstaltung betonte Fischer, dass ihm der "Wholesale-Bereich" am Herzen liegt - also jener, wo die TA von den Alternativen Betreibern Miete lukriert, weil sie die TA-Kabeln mitbenutzen. Der Verband der Alternativen Telekom-Betreiber (VAT) hat der TA zuletzt vorgeworfen, genau jenen Bereich zu zerstören - weil sie Pakete zu Dumping-Preisen anbietet, die sich andere, die Miete zahlen müssen, gar nicht leisten können.

EU-Kritik fehl am Platz?

Die im Februar geäußerte Kritik der EU-Telekomkommissarin Viviane Reding, die TA habe eine zu dominante Marktstellung in Österreich, ringt Fischer nur ein Lächeln ab: "Frau Reding hat genug Arbeit mit dem Wettbewerb in anderen Ländern. Die sollte ihren Fokus mal außerhalb Österreichs lassen."

Neben dem Kombi-Paket wird bald auch ein anderes Scharmützel ausbrechen. Die RTR wird im April entscheiden, ob Preise für Breitband in Ballungsgebieten dereguliert werden sollen. Fischer würde die Entscheidung jedenfalls begrüßen: "Weg mit der Regulierung, wir brauchen sie nicht mehr." Dem zittern die Alternativen allerdings entgegen: Ihrer Ansicht nach würde die TA daraufhin die Preise drücken.